In 3 Schritten zu Deiner Geschäftsidee: Wie es geht (und wie nicht)

von | 14.02.2020 | Visionen & Ziele

Gründerinnen denken oft, sie brauchen DIE eine einzige Geschäftsidee, um erfolgreich zu sein. Müssen etwas ganz anders machen als alle anderen. Etwas ganz Neues erfinden.

Ich sage: Das ist der genau falsche Weg. (Falls Du jetzt skeptisch die Augenbrauen hochziehst: Bitte lies weiter!) Der Punkt ist: das allerallermeiste gibt es schon. Die allermeisten Ideen hatte schon jemand vor Dir. Und damit möchte ich Dich nicht entmutigen, im Gegenteil! Ich möchte Dich ermutigen. Ich möchte Dich dazu ermutigen, komplett anders zu denken, statt zu viel Zeit darauf zu verwenden, die eine einzige Super-Geschäftsidee zu finden.

Fangen wir mit zwei einfachen Beispielen an: Nehmen wir Marie Kondo als erstes. Die Frau hat ein Millionen-Imperium aufgebaut. Mit Aufräumen! Jetzt verstehe mich nicht falsch, ich liebe Marie Kondo! Aber Aufräumen ist weder ein neues noch ein sonderlich spektakuläres oder hippes Thema.

Ein zweites Beispiel: Starbucks. Kaffee. Auch nichts, was es vorher nicht gab. Selbst Kaffee zum Mitnehmen ist nichts Neues.

Was also haben Marie Kondo und Starbucks anders gemacht? Pflücken wir es mal auseinander:

1. Deine Geschäftsidee muss nicht neu sein

Wie gesagt: die wenigsten Geschäftsideen sind komplett neu, nie dagewesen. Natürlich gibt es die und das ist auch gut, aber wenn Du so eine Idee nicht hast, dann ist das lange kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken. Oder unendlich viel Zeit damit zu verbringen, diese eine einzige Geschäftsidee zu finden.

Achte stattdessen darauf, dass Deine Geschäftsidee mindestens eine der folgenden zwei Kriterien erfüllt:

  1. Du kannst etwas besser als deine Zielgruppe oder
  2. Du machst etwas komplett anders als die meisten – und hast damit Erfolg.

Wenn Du mindestens eins dieser zwei Kriterien erfüllst, dann kannst Du daraus schon Dein Alleinstellungsmerkmal herausarbeiten.

Konzentriere Dich also nicht so sehr auf das Neue, konzentriere Dich viel mehr darauf, was du ANDERS machst. Lege Deinen Fokus auf Deinen Stil. Das wird dich viel schneller nach vorne bringen, als die ewige Suche nach dem ganz Neuen.

2. Konzentriere Deine Geschäftsidee auf Deine Stärken!

Viel, viel, viel zu oft halten wir uns mit unseren Schwächen auf. Mit dem, was wir alles NICHT können. Oder was wir noch NICHT ganz klar haben.

Stell diese Themen lieber hinten an und versuche stattdessen, Dein Business auf Deinen Stärken aufzubauen. Denn die Kosten-Nutzen-Rechnung geht beim Schwächenausgleich nie auf. Das heißt natürlich nicht, dass Du nicht offen sein sollst, Neues zu lernen. Aber wenn Dir Zahlen nun mal keine Freude machen, dann musst Du auch keinen Buchhaltungskurs belegen (schon gar nicht BEVOR du anfängst, Dein Business aufzubauen. Also mit diesem Mindset: „Ich muss erst noch Buchhaltung lernen, bevor ich mein Business aufbauen kann“ Wenn Du so an die Sache rangehst, dann gibt es immer ein „Ich muss erst noch das lernen, bevor ich loslegen kann ….)

Delegiere stattdessen Aufgaben, die Dich nur aufhalten. Und wenn Du noch am Anfang Deines Business stehst, dann brauchst Du für viele Bereiche, die nicht Dein Kernangebot sind, auch nur ein Minimalwissen, um loszulegen. Starte mit diesem Minimalwissen.

Natürlich musst Du die rechtliche Seite klären und Deine Finanzen in Ordnung halten, aber wie gesagt: Am Anfang ist der Aufwand hier überschaubar und es gibt viele, wenig kostenintensive Hilfeangebote dafür im Netz. Fange damit an und erlaube Dir und Deinem Business dann, in diese Prozesse reinzuwachsen.

Dein Fokus sollte immer klar auf Deinem Kernangebot liegen. Fange mit dem an, was Du richtig gut kannst und baue Dein Unternehmen so von Innen heraus auf.

3. Gib nicht zu früh auf! Erlaube Deiner Geschäftsidee, Momentum aufzubauen

Vor allem dann, wenn Du bei Null anfängst, dann besteht die Gefahr, dass Du schnell ernüchtert bist. Du findest Deine Geschäftsidee und Deine Angebote super und hilfreich für Deine Zielgruppe und du weißt, dass unglaubliche viele Menschen davon profitieren werden. Und das werden sie sicher auch. Aber lass Deiner Zielgruppe ein bisschen Zeit, Dich kennenzulernen und Vertrauen in Dich und Dein Business zu fassen.

Mache also nicht den Fehler, zu schnell aufzugeben. Bleib am Ball, zeig Dich immer und immer wieder und nimm Rückschläge als normalen Prozess des Wachstums. Das gehört dazu.

Meine Steuerberaterin hat mir dafür mal einen guten Tipp gegeben, als ich einen Verein gründen wollte (sie hat es natürlich in Zahlen gemeint, aber ich habe es sozusagen übertragen): Sie hat gesagt: Juliane, der Verein und Du, das sind zwei Paar Schuhe. Ihr seid nicht eins.

Aha!

Denn das gilt auch für Dich und Dein Business: Ihr seid nicht identisch! Oder anders gesagt: Erlaube Deinem Business, eine eigene Lebendigkeit zu entwickeln, die NICHT mit Deinem Leben und schon gar nicht mit deiner Person identisch ist. Auch dann nicht, wenn Du Einzelunternehmerin bist.

Es so zu sehen, das hilft ungemein, Kritik an Deinem Business objektiv zu beurteilen und nicht zu persönlich zu nehmen.

Und Geduld dabei zu haben, zu warten, bis Deine Geschäftsidee Momentum aufnimmt. Und das wird sie! Wenn du dran bleibst und Geduld hast!

Eine kleine Geschichte fällt mir dazu noch ein: Als Winston Churchill seine letzte Rede hielt, erwartete das Publikum ihn mit großer Spannung. Was wird er wohl sagen? Was sagt ein so großer Mann in seiner letzten öffentlichen Rede?

Churchill überraschte alle. Er ging auf die Bühne, blickte ins Publikum und sagte: „Gib niemals auf! Nie! Nie! Nie!“.

Das war’s.
Er sagte das. Und verließ die Bühne wieder.

Gib niemals auf. Nie, nie, nie.

Juliane Scheel – Expertin für Organisationsentwicklung

Juliane Scheel

Juliane Scheel ist studierte Kommunikations­wissenschaftlerin (M.A. Interkulturelle Kommunikation) und arbeitet als aktive Texterin und Lektorin sowohl im wirtschaftlichen als auch im akademischen Bereich. Zudem gibt sie Seminare und Schreib­beratungen und ist damit zeitsprungs Fachfrau rund um die Themen Text und Kommunikation.

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