Clean up your life – Aufräumen für Körper, Geist und Business mit der KonMari-Methode

von | 18.07.2020 | Life-Balance, Zeit- und Selbstmanagement

Mit dem Aufräumen ist es ja ein bisschen so wie mit dem Ziele erreichen: Man wäre am liebsten einfach schon da. Zauber, zauber – Wohnung sauber.

Es ist aber dann auch wirklich wie mit dem Ziele erreichen: Ohne den Weg dorthin macht das Erreichte nur halb so viel Spaß.

Ich wollte diesen Artikel erst anders anfangen. Ich wollte nämlich schreiben: Wie innen, so außen. Oder anders gesprochen: Unsere äußeren Umstände spiegeln unsere inneren Umstände. Bei mir ist es zu 100 % genau so. Wenn ich zu viele Ideen habe, die ich nicht sortiere, wenn ich zu viele Projekte gleichzeitig anfange, wenn ich meine tägliche Meditation schwänze, um Zeit zu sparen, dann kann ich zusehen, wie auch mein Außen immer chaotischer wird. Wenn ich innerlich geklärt bin, dann halte ich äußeres Chaos gar nicht aus und fange ganz von selbst an, Ordnung zu halten.

Das Gute ist jetzt: Man kann das Pferd auch von hinten aufzäumen: Das Außen klären – und damit auch Klarheit im Inneren schaffen. Und jetzt, nachdem wir mit Corona so viel Chaos im Außen hatten, ist mehr als die beste Zeit für einen verspäteten Frühjahrsputz. Einen Sommerputz, sogzusagen. Kostet nichts, füllt das Sommerloch auf sinnvolle Weise und tut richtig, richtig gut.

Magic Cleaning mit der KonMari-Methode

Wenn es ums Aufräumen geht, dann kommen wir an Mari Kondo kaum vorbei. Die Japanerin beschäftigt sich selbst bereits seit ihrem fünften (!) Lebensjahr mit der Thematik und ist mittlerweile Bestseller-Autorin und mit ihrer KonMari-Methode weltberühmt.

Frau Kondo hat einige Regeln aufgestellt, die garantieren sollen, dass das Aufräumen zum Erfolgserlebnis wird. Und ich finde, Du kannst sie auch auf Dein Business anwenden. Die wichtigsten Punkte dabei sind:

1. Geh beim Aufräumen nicht nach Zimmern vor, sondern nach Kategorien.

Mari Kondo empfiehlt dabei die folgende Reihenfolge: Erst die Kleidung, dann Bücher, dann Papiere, dann Kleinkram und zum Schluss Erinnerungsstücke. Das Denken in Kategorien erlaubt es Dir, einen vollständigen Überblick über Dein gesamtes Hab und Gut zu bekommen und strukturiert an die Sache heranzugehen.

Ich habe dieses Prinzip des Vorgehens nach Kategorien auch auf mein Business übertragen. Meine wichtigsten Kategorien sind hier Materialsammlungen, Bücher, Weiterbildungsunterlagen und Projekte – immer schön eins nach dem anderen.

2. Entrümpeln, entrümpeln, entrümpeln!

Die meisten von uns horten viel zu viel Zeug, das sie niemals im Leben benötigen. Und obwohl ich meinen persönlichen Kram regelmäßig ausmiste, bin ich jedes Mal aufs Neue überrascht, wie viel sich doch im Laufe eines Jahres immer wieder ansammelt.

Oft ist es ja auch gar nicht so leicht, sich von Dingen zu trennen, weil wir immer denken: „Irgendwann könnte ich dieses oder jenes aber ja vielleicht doch noch gebrauchen.“ Oder auch: „Irgendwann, wenn ich mal Zeit habe, werde ich dieses Buch lesen und diesen Kurs machen und diese Seminarunterlagen noch einmal durchblättern.“ Aber mal Hand aufs Herz: Diese Irgendwanns werden mit hoher Wahrscheinlichkeit niemals kommen. Zumindest genauso selten, wie das Leben einfach mal so Pause macht und Dich von all Deinen Alltagsaufgaben freistellt.

Lass also frischen Wind in Deine Wohnung und an Deinen Arbeitsplatz und schaffe Platz, indem Du Dich darauf einlässt, Dich von all den Dingen zu trennen, die Du eigentlich schon lange nicht mehr brauchst.

Um herauszufinden, was bleiben darf und was nicht, gibt es nach Frau Kondo nur eine Möglichkeit: Du nimmst jede einzelne Sache, jedes Buch, jedes Shirt, jede Tasche in die Hand und entscheidest dann: „Does ist spark joy?“

Macht mich der Gegenstand, den ich gerade in den Händen halte, glücklich? Falls ja, solltest Du ihn behalten. Wenn nein: Weg. Damit. Die Frage „Does it spark joy?“ kannst Du auch auf die Projekte übertragen. Was interessiert Dich und Deine Kunden im Moment am meisten? Was kannst Du am sinnvollsten in die Welt bringen?

3. Wenn Du entrümpelt hast, musst Du Ordnung schaffen.

Dafür ist es wichtig, dass jeder Gegenstand seinen eigenen Platz bekommt. Jedes einzelne Teil in Deiner Wohnung oder auf Deinem Schreibtisch und in Deinem Regal bekommt also einen festen Ort zugewiesen, an dem es von nun an „wohnt“. Nimm Dir ruhig ein wenig Zeit dafür, den richtigen Platz für jeden Gegenstand zu finden, denn das wichtigste, um die Ordnung auch langfristig aufrecht erhalten zu können, ist:

4. Räum die Dinge nach jeder Benutzung wieder zurück an ihren festen Ort, und zwar direkt nachdem sie verwendet wurden.

Das sollte Dir nicht allzu schwerfallen, wenn Du einen guten Platz für alles gefunden hast. Der Rest ist nichts weiter als Gewohnheit: Achte eine Weile lang bewusst darauf, wirklich alle Gegenstände direkt nach der Benutzung konsequent wieder wegzuräumen, dann wird Dir diese Methode bald in Fleisch und Blut übergehen. Für mich selbst war dieser Tipp der wichtigste. Und es ist faszinierend, wenn Du nicht mehr suchen musst nach Zetteln, Notizen, Unterlagen. Ich weiß gar nicht, wie viel Zeit ich dadurch spare, gefühlt ist aber mein Stresspegel allein durch das Ordnung halten erheblich gesunken.

Aber, ich bin einfach kein ordentlicher Typ … Ich kann das nicht!

Ich bin auch kein ordentlicher Typ. Wirklich nicht. Nicht grundsätzlich, jedenfalls.

Aber es lohnt sich an dieser Stelle sehr, das Thema Aufräumen zu entmystifizieren: Aufräumen können ist nichts, was angeboren ist und was die einen können und die anderen nicht. Alles, was Du können musst, ist dein Hab und Gut an einem festen Platz legen. Absolut kein Hexenwerk.

Und wenn es Dir schwerfällt, dann geh zurück an den Anfang: Wie innen, so außen. Vielleicht musst Du zuerst deinen Mentalload entschlacken? Kannst Du was delegieren? Ein Projekt auf später verschieben? Verfolgst Du noch „alte“ Pläne, die Dir eigentlich gar nicht mehr wichtig sind?

Vielleicht ist es einfach an der Zeit, nicht nur äußeren, sondern auch inneren Ballast hinter Dir zu lassen?

Und jetzt bist Du dran! Womit fängst Du an? Was entrümpelst Du zuerst? Räumst Du im Mari-Kondo-Stil auf oder hast Du vielleicht eine bestimmte Schublade, Deinen Schreibtisch, einen Schrank, der Dich schon lange nervt und den Du als erstes angehen willst? Schreib es uns in die Kommentare, ein bisschen Commitment schadet nie!

Ich wünsche Dir viel Spaß dabei!

Herzlichst

Deine Juliane

Literatur: Marie Kondo: Magic Cleaning
Juliane Scheel – Expertin für Organisationsentwicklung

Juliane Scheel

Juliane Scheel ist studierte Kommunikations­wissenschaftlerin (M.A. Interkulturelle Kommunikation) und arbeitet als aktive Texterin und Lektorin sowohl im wirtschaftlichen als auch im akademischen Bereich. Zudem gibt sie Seminare und Schreib­beratungen und ist damit zeitsprungs Fachfrau rund um die Themen Text und Kommunikation.

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