Wie sieht Ihr Wunschmitarbeiter aus? Die Zielgruppenanalyse

Personalentwicklung Kathrin Scheel

Recruiting  - Mitarbeiter gewinnen - Employer Branding
 
In der nächsten Woche geht es darum, wie Sie Ihre Karriereseite wirkungsvoll schreiben und sich damit als TOP-Arbeitgeber präsentieren können: 3 einfache Tipps, die Ihnen sofort helfen werden, bessere Texte zu schreiben
 
Wir wollen in dieser Woche vorausschauend das Thema Zielgruppenanalyse aufgreifen. Sie werden auch noch einmal in der nächsten Woche erkennen, wie wichtig es ist, hier gründliche Vorarbeit zu leisten. 
 
Wie Sie das Thema konkret angehen können, verraten wir Ihnen heute. 

 

Zu den größten internen Herausforderungen der Mitarbeiterakquise gehören laut der Recruiting-Trends-Studie 2015 die Zielgruppenanalyse sowie die spezifische Ansprache potenzieller Kandidaten. Im Rahmen der Studie haben sich die Personaler der untersuchten TOP-1000-Unternehmen in Deutschland selbst Schulnoten für ihre Zielgruppenanalyse
gegeben.
Dabei kam heraus, dass sie ihre Rekrutierungsfähigkeiten noch verhältnismäßig gut einschätzten, wenn es um Frauen oder Vertreter der Generation Y ging; hier gaben sie sich die Noten 2,3 bzw. 2,4. Weitaus schlechter schneiden sie laut Selbsteinschätzung bei der Ansprache älterer Kandidaten (2,7) ab. Ganz besonders schwierig scheint die Rekrutierung aus dem Ausland zu fallen, hier lag die Durchschnittsnote bei einer schwachen 3,61. Die Ergebnisse sind ernüchternd. Selbst die genannte Bestnote lässt mit 2,3 noch deutlich Luft nach oben.

Die Frage drängt sich also auf: Wie kann man es besser machen?

 

 

3 Schritte zum Erfolg


Wenn Sie unser eBook bis hierhin aufmerksam gelesen haben, dann ist die folgende Feststellung keine Überraschung mehr für Sie: Der Arbeitsmarkt hat sich gewandelt und mit ihm die Anforderungen der Bewerber. Deswegen, Hand aufs Herz: Mit einer herkömmlichen 08/15-Ausschreibung werden Sie Ihre Wunschmitarbeiter nicht mehr locken können. Ein gründlicher „Hausputz“ ist in diesem Bereich wirklich mehr als lohnenswert!

Nehmen Sie sich also die Zeit, um:

  1. sich konkrete Gedanken zu machen, wen Sie auf der entsprechenden Stelle haben möchten,
  2. zu überlegen, wie Sie den potenziellen Kandidaten überzeugen können, sich für Ihr Unternehmen zu entscheiden
  3. darauf zu vertrauen, dass Sie Mitarbeiter anziehen werden, die Ihren Vorstellungen entsprechen.

Sie müssen, wie immer im Marketing, Ihr Produkt – in diesem Fall Ihr Stellenangebot – erfolgreich an den Mann oder an die Frau bringen.

Macht das Arbeit? Ja, natürlich! Aber Sie werden die Zeit hundertmal wieder einsparen, wenn es Ihnen dafür gelingt, Mitarbeiter zu rekrutieren, die fachkundig sind, einen aufgeweckten Geist haben und in Ihr Team passen. Die Mühe
lohnt sich also.

Außerdem machen wir es Ihnen leicht: Die folgende Schritt-für-Schritt-Anleitung begleitet Sie zielsicher durch den gesamten Prozess.

 

Schritte 1 & 2: Ansprache und Überzeugung – Ihr Steckbrief

Überlegen Sie sich genau, wen Sie ansprechen wollen.

  • Erarbeiten Sie einen Steckbrief für Ihren Kandidaten.
  • Versetzen Sie sich in die Lage Ihres potenziellen Kandidaten.

Wie denkt er? Was ist ihm/ihr wichtig? Nutzen Sie für Ihre Überlegungen die nachfolgende Übersicht. Beantworten Sie die Fragen und machen Sie sich Stichpunkte.

Mitarbeiter - Ansprache und Überzeugung der Zielgruppe

*Es ist wichtig, dass Sie sich tatsächlich in Ihren Bewerber hineinversetzen und die ihm angebotene Stelle mit dessen Augen betrachten. Zugegeben, das ist eine Herausforderung, aber so kommen Sie den Wünschen und Bedürfnissen Ihrer Bewerber
am nächsten. Wir haben deshalb die Fragen in der Bewerberspalte auch in der Ich-Form formuliert.

 

Werte und Generation

Wenn wir eine wichtige Entscheidung zu treffen haben, dann spielen unsere Werte immer eine besonders tragende Rolle. Es ist daher hilfreich, das individuelle Mindset Ihrer Zielgruppe im Blick zu behalten. Zur Unterstützung haben wir Ihnen einige Kriterien zusammengefasst, die die Werte der Generation X, Y und Z spiegeln und Ihnen als Orientierungshilfe dienen sollen. Selbstverständlich kann eine solche Aufstellung immer nur zur groben Richtungsfindung dienen; individuell kann ein Vertreter der Generation X auch sehr gut die Werte vertreten, die sonst der Generation Z zugeschriebenen werden und umgekehrt!

 

1Interview von MuM mit Christian Scholz, Markt & Mittelstand, 2015

 

Schritt 3: Vertrauen entwickeln

Die Zeit hochqualifizierter, zuverlässiger, engagierter Mitarbeiter ist vorbei? Stimmt nicht, sagen wir. Und wir sind zuversichtlich, Ihnen mit den bisherigen Ausführungen schon hilfreiche Werkzeuge an die Hand gegeben zu haben, um die für Ihr Unternehmen passenden Mitarbeiter zu finden.

Wenn Sie dennoch Zweifel haben, versuchen Sie einmal, Ihrem Denken eine neue Richtung zu geben. Das könnte dann so klingen: „Wir haben in der Vergangenheit schon viel für dafür getan, gute Mitarbeiter zu finden und werden in der Zukunft noch professioneller vorgehen. Damit werden wir Erfolg haben.“

Visualisierung - Eine erfolgreiche Technik

Hilfreich kann auch eine Visualisierungsübung sein. Diese Übungen kommen ursprünglich aus dem Mentaltraining für Leistungssportler, haben aber aufgrund ihrer guten Wirkung längst Einzug in die Wirtschaft gehalten. Unser Gehirn arbeitet sehr stark bildlich-assoziativ, genau darin besteht die große Wirkkraft.

Nehmen Sie sich also einen Moment Zeit und visualisieren Sie Ihr Traumteam. Stellen Sie sich die Räumlichkeiten vor, in denen es arbeitet, wie die Mitarbeiter kooperieren, wie die Kommunikation mit Ihnen und zwischen den Mitarbeitern läuft.

 

Das geistige Bild in der Visualisierung

Wichtig ist, dass Sie in Ihrer Visualisierungsübung tatsächlich ein Bild vor Ihrem geistigen Auge entstehen lassen. Die folgenden Fragen können Sie dabei unterstützen:

  • Ist es ein Farbbild oder schwarz-weiß?
  • Sehen Sie ein Standbild oder einen Film?
  • Wie sehen die Kontraste aus, eher stark oder schwach?
  • Wie sind die Menschen auf Ihrem Bild gekleidet?
  • Hat das Bild einen Rahmen?
  • Wie groß ist Ihr Bild?
  • Sehen Sie das Bild weiter weg oder nahe vor sich?

Es gibt bei dieser Übung kein „richtig“ oder „falsch“, wichtig ist nur, dass das Bild für Sie stimmig ist. Visualisierungsübungen wirken umso intensiver, je öfter Sie sich die gewünschte Situation vorstellen. Wir empfehlen Ihnen deshalb, regelmäßig – möglichst drei Mal täglich – zu üben. 1-2 Minuten sind dabei schon ausreichend.
Ihr Unterbewusstsein, aber auch Ihr bewusstes Handeln wird sich immer stärker darauf ausrichten, das Ziel zu erreichen.

 

Auf einen Blick

Folgende Checkliste kann Ihnen eine Richtschnur sein und Ihnen die wichtigsten Schritte eines erfolgreichen Recruiting-Prozesses schnell wieder auf den Plan bringen:

  1. Definieren Sie klar und präzise die ausgeschriebene Stelle mit konkreten Arbeitsaufgaben.
  2. Wie sieht Ihr Wunschkandidat für diese Stelle aus?
    Wie alt ist er/sie?
    Welche fachlichen/überfachlichen Qualifikationen bringt er/sie mit?
    Wer passt am besten in das bestehende Team?
  3. Versetzen Sie sich nun direkt in die Position des potenziellen Bewerbers:
    Für wen ist Ihre Stelle interessant?
    Wie „ticken“ diese Menschen?
    Was sind ihre Wünsche, Bedürfnisse und Werte?
  4. Was können Sie als Unternehmen den Bewerbern in Bezug auf deren Wünsche, Bedürfnisse & Werte bieten?
  5. Wo finden Sie Ihre potenziellen Bewerber?
  6. Wie können Sie die Bewerber ansprechen?
    Lesen Sie hierzu mehr im Kapitel 2.3.3 Wie kommen
    Mitarbeiter zu Ihnen?
  7. Entwickeln Sie eine aussagekräftige Werbekampagne

 

Aus der Praxis: Employer Branding macht Schule

Escándalo e.V. – der gemeinnützige Elternverein einer bilingualen Schule in Berlin - hatte seit langem nach einer Personal- und Organisationsmanagerin gesucht.

In einem zeitsprung-Workshop haben Vertreter des Vereins Ideen zu folgenden Leitfragen entwickelt:

  • Was soll die Person mitbringen?
  • Was bietet die Stelle Tolles?
  • Für wen ist das interessant?
  • Wo können wir suchen?

Entstanden ist hieraus eine auf der Homepage des Vereins veröffentlichte Stellenanzeige, die sehr schnell zum Erfolg geführt hat.

Anzeige Beispiel: Mitarbeiter finden

Auf einen Blick: Wege zur erfolgreichen Ausschreibung

Die nachfolgenden Punkte sollten Sie auf jeden Fall im Auge behalten. So gelingt die Stellenanzeige:

  • Erkunden Sie Ihre Zielgruppe. Die Erstellung eines Steckbriefes kann hierbei sehr hilfreich sein.
  • Für wen ist Ihr Angebot/Ihre Stelle interessant?
  • Wie können Sie den Wünschen, Bedürfnissen & Werten Ihrer Bewerber Rechnung tragen?

 

Dieses Artikel stammt aus unserem eBook Employer Branding. Sie können das Kapitel hier noch einmal zusammenfassend als PDF herunter laden: Download PDF

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Kathrin Scheel

Kathrin Scheel ist Management Executive Coach (ECA), Lehrcoach und Lehrtrainerin (ECA) sowie Trainerin für Führung & Entwicklung. Und sie ist Mitgründerin von zeitsprung. Ihr sind die Einbindung von Führungskräften und Mitarbeitern im Unternehmen sowie deren Entwicklung sehr wichtig.

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