Talente entwicklen

Personalentwicklung Kathrin Scheel

Die Talente Ihrer Mitarbeiter entwickeln - Employer Branding

 

Sind die Talente einmal identifiziert – wie das geht, haben wir Ihnen im Blog der vergangenen Woche gezeigt Kommen Sie den Talenten auf die Spur – ist es ein Leichtes, sie weiter zu entwickeln. Seien Sie also Gärtner: Bereiten Sie den Boden, säen Sie Ideen und unterstützen Sie Ihre Talente beim Wachsen. So können Sie es angehen:

Talente zur Wirkung bringen

Sind die Talente erst einmal identifiziert, ist schon ein wichtiger Schritt getan. Nun kommt es darauf an, sie zu hegen und zu pflegen, damit sie auch wirklich voll zur Wirkung kommen.

Wie gehen Sie das am besten an? Wie immer lassen wir Sie mit dieser Frage nicht alleine, sondern zeigen Ihnen verschiedene Möglichkeiten, die sich in der Praxis sehr bewährt haben. Und wie immer entscheiden Sie selbst, welche Maßnahmen Sie konkret umsetzen möchte.

So entfalten Sie die Talente Ihrer Mitarbeiter

Wir offerieren Ihnen 9 Möglichkeiten – Sie entscheiden, was für Sie und Ihr Unternehmen passt!

1. Coaching

Coaching hat sich in den letzten Jahren als ein wichtiges Instrument der Personalentwicklung etabliert. In den Vordergrund rücken dabei immer häufiger Themen wie Potenzialentwicklung oder die Vorbereitung auf die Übernahme neuer Aufgaben. Gecoacht werden nicht mehr nur Führungskräfte, sondern immer öfter auch Mitarbeiter. Coachings sind ebenfalls gut geeignet, wenn sich aufgrund der Größe des Unternehmens eigene Talententwicklungsprogramme nicht lohnen.

Hier ein paar Punkte, auf die Sie achten sollten:

  • Ermitteln Sie Ihren spezifischen Bedarf!
    Hier geht es zum einen um die Inhalte, zum anderen um den Zeitrahmen des Coachings. Welcher Aufwand ist sinnvoll? Oft reichen schon wenige Coaching-Stunden, um eine große Wirkung zu erzielen.
  • Sprechen Sie über die Art des Coachings – ist ein Einzelcoaching, ein Gruppencoaching oder ein Teamcoaching sinnvoll?
  • Ist ein Face-to-Face-Coaching angezeigt oder können die Fragestellungen auch per Telefon oder Skype geklärt werden?
  • Ist tatsächlich ein Coaching die passende Maßnahme oder geht es nur um die Vermittlung von Methoden und Tools, die Ihre Mitarbeiter dann in der Praxis umsetzen? Wenn das der Fall ist, empfehlen wir Trainings, Workshops oder Seminare.

2. Trainings – Workshops - Seminare

Mitarbeiter können hier ihre Talente in Bezug auf Fachthemen oder auch überfachliche Qualifikationen weiterentwickeln. Das kann innerhalb, aber auch außerhalb der Arbeitszeit geschehen. Schauen Sie hier gemeinsam mit Ihrem Mitarbeiter, welche Themen seinen Talenten am besten entsprechen. Gehen Sie auch hier auf die Wünsche und Talente Ihres Mitarbeiters ein und lassen Sie auch solche Themen zu, die nichts oder noch nichts mit den gegenwärtigen direkten Anforderungen an den Mitarbeiter zu tun haben.

3. Hospitationen

Geben Sie Ihren Mitarbeitern durch Hospitationen die Möglichkeit, andere Arbeitsbereiche in Ihrem Unternehmen kennenzulernen. Der Mitarbeiter begleitet in einem vorher festgelegten Zeitraum (dieser kann von 1-2 Tagen bis zu einigen Wochen reichen) einen anderen Angestellten und erhält so Einblick in dessen Arbeitsgebiete.

Wählen Sie hier gemeinsam mit dem Mitarbeiter die Arbeitsgebiete aus, die seinen Talenten entsprechen. Gleichzeitig fördern Sie durch Hospitationen den Blick der Mitarbeiter auf das gesamte Unternehmen und die Wertschätzung gegenüber der Arbeit anderer Abteilungen und Mitarbeiter.

Als Hospitation kann auch das Hineinschnuppern in alle Bereiche eines Unternehmens zu Beginn der Arbeitsaufnahme angesehen werden.

Wenn eine längere Abwesenheit Ihrer Mitarbeiter nicht möglich ist, können Sie statt mehrwöchiger Hospitationen auch auf Schnuppertage zurückgreifen.

4. Job Rotations

Etwas mehr organisatorischen Aufwand erfordern Job Rotations. Hier geht es um einen systematischen Arbeitsplatz- oder Aufgabenwechsel. Es ist ein 1:1 Wechsel für einen ebenfalls vorher festzulegenden Zeitraum.

Häufig erfolgt eine Job Rotation für 3-6 Monate. Auf jeden Fall sollte der Zeitraum weiter gefasst werden als bei der Hospitation, um sich in die selbstständige Erfüllung der Aufgabenbereiche einzuarbeiten und diese in der Tiefe kennenzulernen und auszufüllen. Hierfür ist, wie erwähnt, eine größere organisatorische und auch inhaltliche Vorbereitung notwendig. Dafür ziehen Sie aber aus dieser Maßnahme auch einen großen Nutzen: eine tiefe Kompetenzerweiterung Ihrer Mitarbeiter!

5. Mitarbeit in Projekten

Projekte sind in der Regel zeitlich und thematisch festgelegt und laufen oft zusätzlich zum eigentlichen Aufgabenbereich Ihrer Mitarbeiter. Unternehmen mit einem gut organisierten Projektmanagement haben gewöhnlich eine besonders hohe Mitarbeitermotivation. Seien Sie deshalb offen für Projektideen, die von Ihren Mitarbeitern kommen und beziehen Sie die Mitarbeiter entsprechend ihren Talenten in die Projekte mit ein.

Gut ist es, wenn Sie Ihre Mitarbeiter für einen Teil ihrer Arbeitszeit für das Projekt freistellen. Damit beugen Sie Überforderungen vor und sichern auch die Umsetzung der Projekte.

Sie könnten zum Beispiel ein Projekt zum Thema „Employer Branding“ ins Leben rufen oder aber ein Projekt zu einem Teilthema: „Mitarbeiter werben Mitarbeiter“.

6. Außerberufliches Engagement

Lassen Sie sich von Ihren Mitarbeitern über deren außerberufliches Engagement auf dem Laufenden halten und fördern Sie dieses. Ein solches Engagement gibt häufig Auskunft über die Talente Ihrer Mitarbeiter.
Ob Organisationstalent, Verhandlungsgeschick oder unternehmerisches Denken – zum einen können Sie überlegen, wie Sie
diese Talente auch für Ihr Unternehmen nutzen können; zum anderen gehört die Anerkennung des gesellschaftlichen Engagements Ihrer Mitarbeiter zu wichtigen Incentives.

7. Mentoring

Mentoring-Programme sind in vielen Unternehmen bereits fest etabliert. Hier geht es um eine meist längerfristige Beziehung zwischen 2 Personen, von denen eine in die Rolle des Mentors, die andere in die Rolle des Mentees geht. Der Mentor ist in der Regel eine erfahrene Person, die Wissen und Erfahrungen an den Mentee weitergibt.

Möglich ist auch ein Reverse-Mentoring, in dem in Bezug auf bestimmte Bereiche die Rollen getauscht werden. So kann zum Beispiel ein erfahrener Mitarbeiter die Einarbeitung für einen jüngeren Mitarbeiter in Bezug auf die Übernahme einer neuen Funktion als Mentor übernehmen.
Wenn es um die Nutzung einer neuen Software geht, können die Rollen auch getauscht werden.

8. Patenschaften

Bei einer Patenschaft unterstützt ein erfahrener Mitarbeiter einen neu in das Team gekommenen Mitarbeiter und führt ihn in seine neuen Aufgabengebiete ein. In Unternehmen, die ein solches Patensystem praktizieren, gelingen Einarbeitungsprozesse deutlich reibungsloser.

Durch Patenschaften können Sie die Talente Ihrer Mitarbeiter in zweifacher Hinsicht entfalten:

  • zum einen wählen Sie als Paten die Mitarbeiter, die ein besonderes Talent haben, fachliche Dinge gut zu erklären und die soziale Integration neuer Mitarbeiter zu fördern
  • zum anderen können auch in der Patenschaft die Talente der neu hinzugekommenen Mitarbeiter identifiziert werden

9. Talententwicklungsprogramme

Es muss – gerade in KMU – kein groß aufgelegtes, aufwändiges Talententwicklungsprogramm sein, wie Konzerne es anbieten.
Sehr gute Alternativen bieten:

  • externe Seminare und Workshops, zu denen Sie potenzialstarke Mitarbeiter delegieren können
  • Inhouse-Workshops, an denen Mitarbeiter Ihres Unternehmens zu Themenbereichen, die deren Interessen und Talenten entsprechen, teilnehmen können.

Beispiel aus der Praxis: Talententwicklung bei ZENK Rechtsanwälte

Die mittelständische, überörtliche Anwaltskanzlei ZENK Rechtsanwälte zum Beispiel hat einer Sachbearbeiterin, die sich sehr stark für EDV interessierte, die Möglichkeit gegeben, die EDV-Betreuung für die Kanzlei zu übernehmen.
Diese Funktion übt die Mitarbeiterin nun schon seit einigen Jahren erfolgreich aus. Unterstützt wurde der Arbeitsplatzwechsel durch entsprechende Weiterbildungen sowie durch den Aufbau einer engen Kooperation mit der externen EDV-Beratungsfirma des Unternehmens.

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Kathrin Scheel

Kathrin Scheel ist Management Executive Coach (ECA), Lehrcoach und Lehrtrainerin (ECA) sowie Trainerin für Führung & Entwicklung. Und sie ist Mitgründerin von zeitsprung. Ihr sind die Einbindung von Führungskräften und Mitarbeitern im Unternehmen sowie deren Entwicklung sehr wichtig.

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