Umgang mit unliebsamen Aufgaben: Anfangen und rechtzeitig wieder aufhören!

Kathrin Scheel

Wie sieht es bei Ihnen beispielsweise mit dem Aufschieben unliebsamer Aufgaben aus? Es gibt nur wenige Menschen, die dies nicht wenigstens ab und zu tun. Das schlechte Gewissen versuchen wir dann mit der Ausrede „Ich habe ja so viel anderes zu tun“ zu beruhigen, im Hinterkopf bleibt es aber doch – und das oft sehr hartnäckig.

Sehr gute Erfahrungen haben unsere Kunden in der Vergangenheit damit gemacht, einen sogenannten Motivationsanker zu entwickeln, um die Aufgabe in Angriff zu nehmen. Ist der Anfang erst einmal gemacht, ist alles Weitere nur halb so schlimm.

Anker sind Reiz-Reaktionsverbindungen, die auf die Pawlowschen Versuche mit Hunden zurückgehen:

Pawlow hat Hunden Futter vorgesetzt und gleichzeitig eine Glocke geläutet. Die Hunde haben so gelernt, das Läuten der Glocken mit ihrem Fressen in Verbindung zu bringen. Später hat Pawlow nur die Glocken geläutet und den Hunden lief das Wasser im Maul zusammen.

In unserem Alltag gibt es eine Reihe unbewusster Anker oder Reiz-Reaktions-Verbindungen. Hören wir z.B. als Autofahrer einen Krankenwagen mit Sirene, fahren wir z.B. automatisch an den Straßenrand und halten. Wenn die Ampel rot ist, bleiben wir stehen. Sicher fallen Ihnen noch mehr solcher Beispiele ein.

Diese Anker können wir zum Beispiel auch einsetzen, um mit einer unliebsamen Aufgabe zu beginnen. Hier können Sie wie folgt vorgehen:

  1. Legen Sie einen Mindestzeitrahmen fest, um an der unliebsamen Aufgabe zu arbeiten. Dieser sollte so kurz wie möglich gefasst werden. Es macht einen Unterschied, ob ich 3 Stunden oder 20 Minuten mit etwas verbringen will, wozu ich keine große Lust habe.
  2. Überlegen Sie, welche kraftvolle Bewegung Sie machen wollen, um Ihre Aufgabe in Angriff zu nehmen. Oft haben machen wir sogar unbewusst schon eine ganz bestimmte Bewegung, z.B. „in die Hand klatschen“, „mit der Hand auf den Tisch klopfen“, „schnipsen“, „schwungvoll aufstehen“. Welche ist das bei Ihnen?
  3. Unterstreichen Sie diese Bewegung mit einem Wort, das motivierend auf Sie wirkt. Oft gewählt werden: „Los“!, „Auf geht´s!“, „Jetzt!“
  4. Starten Sie nun sofort und der Anfang ist gemacht!
  5. Haben wir einmal begonnen, sind wir oft erstaunt, viel schneller fertig zu sein als ursprünglich gedacht. Vielleicht reicht Ihr Mindest-Zeitrahmen sogar aus? Falls nicht, bringen Sie die „Tipps der Genies in´s Spiel“,von denen wir einen heute für Sie herausgesucht haben:
  6. Beenden Sie Ihre Arbeit am besten, wenn Sie voll im Fluss sind. Hemingway hat es beispielsweise folgendermaßen formuliert: "Man schreibt so lange, bis man an einen Punkt kommt, an dem man immer noch Energie hat und weiß, was als Nächstes kommt. Dann hört man auf, versucht die Zeit bis zum nächsten Arbeitstag zu überstehen - und dann geht es wieder los.[1]"

Sollten Sie sich dennoch entscheiden, eine umfangreiche unliebsame Aufgabe sofort endgültig zu erledigen, achten Sie auf Pausen! Wir verweisen insofern auf unseren Blogbeitrag zum Thema. Denn, um mit C.G.Jung zu sprechen: "Mir ist klargeworden, dass jemand, der müde ist, eine Ruhepause braucht und trotzdem weiterarbeitet, ein Narr ist"[2]



[1] Sarah Green, So teilten sich berühmte Genies ihren Tag ein, Harvard Business Manager vom 26.02.2015

[2] a.a.O.

 

Bildnachweis Titelfoto: PathDoc/shutterstock.com

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Kathrin Scheel

Kathrin Scheel ist Management Executive Coach (ECA), Lehrcoach und Lehrtrainerin (ECA) sowie Trainerin für Führung & Entwicklung. Und sie ist Mitgründerin von zeitsprung. Ihr sind die Einbindung von Führungskräften und Mitarbeitern im Unternehmen sowie deren Entwicklung sehr wichtig.

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