Die drei größten Fehler beim Start aller neuer Projekte – und wie Sie sie vermeiden

Juliane Scheel

Im letzten Blogartikel ging es vor allem um eines: Ums Tun. Ums Machen. Ums einfach mal anfangen. Ich bin auch der festen Überzeugung, dass das der einzige Weg zum Erfolg ist. Wenn Sie jetzt außerdem noch diese 3 großen (Denk-)fehler vermeiden, dann ist Ihnen Erfolg im Grunde sicher. Ich habe in meiner Beratungspraxis beobachtet, dass es einige Denkstrukturen gibt, die fest verankert zu sein scheinen und sich häufig wiederholen. Das Problem: Sie sind oft die Bremse und der Grund, warum wir nicht weiterkommen. Deswegen möchte ich Sie bitten, so gut ich kann bitten, die folgenden drei Fehler zukünftig zu vermeiden.

 

1. Versuchen Sie nicht, das Rad neu zu erfinden

Sie kennen sicher die großen, roten Erdbeerbuden, die für die Sommer-Saison immer aufgebaut werden? Karls Erdbeeren. Ich war neulich mit meinen Kindern in dem dazugehörigen Erlebnisdorf bei Berlin. Naja, den Kindern hat's gefallen … Aber das ist auch nicht der Punkt. Fakt ist: Die Familie um Opa Karl Dahl hat ein Imperium aufgebaut. Mit Erdbeeren! Ein Erdbeer-Imperium. Damit will ich sagen: Es ist nicht zwingend nötig, etwas zu erfinden, das es noch nicht gab. Viele Gründer und Führungskräfte halten sich damit auf, zu denken, sie müssten unbedingt etwas ganz neues, ganz anderes, noch nie dagewesenes machen. Viel wichtiger ist jedoch, dass Sie das, was Sie machen, richtig, richtig gut machen. Haben Sie den Anspruch der Beste zu sein, nicht der einzige. Das ist es, was Ihnen am Ende den nötigen Vorsprung verschaffen wird. Und wenn es um die Bestenliste geht, dann gewinnt oft die Einfachheit. Das Buch „Kopf schlägt Kapital“ von Günter Faltin kann ich zu dem Thema sehr empfehlen! Beim ihm waren es keine Erdbeeren, sondern Tee. Aber das Konzept ist dasselbe: Schwerpunkte setzen, fokussieren und der Beste werden.

 

2. Konzentrieren Sie sich auf Ihre Stärken

Viel, viel, viel zu oft halten wir uns mit unseren Schwächen auf. Mit dem, was wir alles NICHT können. Und versuchen dann, daran zu arbeiten,unsere Schwächen auszumerzen. Fakt ist aber: Die Kosten-Nutzen-Rechnung wird beim Schwächenausgleich nie aufgehen. Wenn Ihnen Zahlen nun mal keine Freude machen, dann wird es Sie immer zu viel Energie kosten, Ihre Buchhaltung selber zu machen. Sie werden sie immer bis zum letzten Moment liegen lassen und vorher als unerledigtes To-Do mit schlechtem Gewissen mit sich herumtragen. Deswegen: Lassen Sie Ihre Schwächen gut sein. Entwickeln Sie einfach ein Bewusstsein dafür, was Ihnen nicht liegt und delegieren Sie diese Aufgaben. Nutzen Sie dazu die ganze Kraft Ihres Teams! Bestimmt ist jemand dabei, der gut und gerne mit Zahlen jongliert und hier sein Potenzial voll einbringen kann.

Minimieren Sie also die für Sie unliebsamen Aufgaben so gut Sie können und konzentrieren Sie sich stattdessen auf Ihre Stärken. Bauen Sie die aus und bemühen Sie sich, auf Ihrem Fachgebiet immer besser zu werden. Das wird Ihnen sehr viel mehr Rückenwind bescheren als die Arbeit an Ihren Schwächen. Und Sie zahlen auf das erste Ziel ein: In dem, was Sie tun, die Beste zu werden.

 

3. Bringen Sie die Dinge ins Rollen

„Aller Anfang ist schwer“, sagt ein altes Sprichwort. Und das stimmt irgendwie. Bis der Stein erstmal ins Rollen gekommen ist, braucht es einiges an Kraft – und Durchhaltevermögen. Die gute Nachricht ist: Wenn er rollt, dann wendet sich das Blatt. Nun ist es sehr viel einfacher, alles in Bewegung zu halten, als es wieder zu stoppen.

Disziplin ist ja so ein Wort, das den wenigsten auf Anhieb ein Lächeln auf die Lippen zaubert. Es klingt einfach nach viel Anstrengung und irgendwie auch steif. Leider ist es jedoch so, dass Sie ohne ein Mindestmaß an Disziplin nicht wirklich etwas werden ändern können. Ob es nun bessere Ernährungsgewohnheiten, mehr Sport oder neue Projekte sind: Bis wir die Veränderung soweit in Bewegung gebracht haben, dass sie von selbst Fahrt aufnimmt, braucht es Kraft, Zeit und Ausdauer. Stellen Sie sich also am besten von Anfang an darauf ein, dass jede Veränderung, so positiv sie im Outcome auch sein mag, immer auch mit Tiefen verbunden ist. Das Leben ist eine Berg- und Talfahrt, immer. Wenn Sie also ins erste Tal kommen: Geben Sie nicht auf. Entwickeln Sie eher eine Jetzt-erst-recht-Einstellung und Sie werden am Ende belohnt werden. Das ist es, was Gewinner am besten können: Durch Durststrecken einfach durchgehen. Nach dem Tal kommt auch immer wieder ein Berg, mit wunderschöner Aussicht.

Da fällt mir noch eine kleine Geschichte ein: Als Winston Churchill seine letzte Rede hielt, erwartete das Publikum ihn naturgemäß mit großer Spannung. Was wird er sagen, in seiner letzten öffentlichen Rede? Und tatsächlich überraschte Churchill alle: Er ging auf die Bühne, blickte ins Publikum und sagte: „Gib niemals auf! Nie! Nie! Nie!“. Das war alles. Danach ging er wieder. Gib niemals auf. Nie, nie, nie.

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Juliane Scheel

Juliane Scheel ist studierte Kommunikationswissenschaftlerin (M.A. Interkulturelle Kommunikation) und arbeitet als aktive Texterin und Lektorin sowohl im wirtschaftilchen als auch im akademischen Bereich. Zudem gibt sie Seminare und Schreibberatungen und ist damit zeitsprungs Fachfrau rund um die Themen Text und Kommunikation.

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