Shareconomy (Teil 3) – Teilen von Gütern – Teilen ist das neue Besitzen!

Strategie & Innovation Dominic Böhmer

shareconomy - (c) shutterstock

Teilen ist in aller Munde. Kaum eine Information im Internet kommt mehr ohne die Buttons für das Teilen via Facebook, Twitter etc. aus. Auch ist inzwischen in der Mitte der Bevölkerung angekommen. Spannend ist zu beobachten, dass das Teilen von Gütern immer weitere Kreise zieht. Die Frage dahinter: Was hat dieses Phänomen mit klassischen Unternehmen der Offline-Welt zu tun?

Wo werden heute schon Dinge geteilt?

Mal eben von privat eine nette Wohnung hoch über den Straßen von Miami mieten für den nächsten Urlaub – Portale wie airbnb oder 9flat machen es möglich. Weitere interessante Beispiele sind:

  • Why own it: App eines Hamburger Start-Ups, über die man sich von Menschen in der Umgebung viele verschiedene Produkte (Bohrmaschine, Kamera etc.) ausleihen kann.
  • Kleiderei: Ladengeschäft in Hamburg, in dem man sich als Mitglied monatlich vier neue Kleiderstücke ausleihen kann – für den Alltag, für eine Hochzeit oder, oder, oder
  • Foodsharing: Wer Reste von der letzten Party übrig hat, in den Urlaub fährt oder als Bäcker ständig Brötchen wegschmeißen muss, kann die Lebensmittel kostenlos anbieten.

Etwas neuwertig zu erwerben und sein eigen zu nennen – das scheint den Menschen immer weniger wichtig zu sein. Der neue Reiz: immer genau das zur Hand zu haben, was gerade hilfreich wäre – kostenlos oder für kleines Geld. Und: über das Tauschobjekt neue Menschen kennenlernen.

Shareconomy – Chancen für Unternehmen der Offline-Welt?

Beispiel Hotelkette Marriott: Eine findige Managerin von Marriott hatte festgestellt, dass die Konferenzräume in den Hotels nicht gut ausgelastet waren. Andererseits saßen viele Hotelgäste zum Arbeiten in der Lobby. Daraufhin tat sich Marriott mit der Online-Plattform Liquidspace zusammen. Heute bietet die Hotelkette über Liquidspace die Konferenzräume von 432 Hotels stunden- oder tageweise an. Nicht nur Hotelgäste nutzen das Angebot, sondern auch viele Berufstätige aus der lokalen Umgebung. So wird Shareconomy auch für traditionelle Geschäftsmodelle greifbar.

Geschäftsmodell erweitern – aber wie?

Für Unternehmen, die die Herausforderung der Shareconomy annehmen wollen, bedeutet dies, das Geschäftsmodell zu erweitern. Produktionsunternehmen bauen neue Service-Geschäftsmodelle an – siehe BMW und Drive now – und werden so zu hybriden Anbietern. Wodurch zeichnet sich ein solches Service-Geschäftsmodell unter anderem aus?

  • In der Regel Produkte mit schlechtem Preis-/Nutzenverhältnis für den Einzelnen und/oder Produkte mit wenig Transparenz über deren Verfügbarkeit
  • Nutzung des Internets zur Schaffung von Transparenz und Verfügbarkeit der Produkte
  • Schaffung handelbarer Einheiten (bspw. stunden-/tageweise Nutzung statt Kauf des Ganzen)

Wann fängt Ihr Unternehmen an zu teilen?

  • Für welche Zielgruppen wäre Ihr Produkt noch interessant, wenn es günstiger wäre?
  • Wenn Ihre Kunden Unternehmen sind: Sind kleinere Unternehmen eine Zielgruppe?
  • Was wäre eine sinnvolle Nutzungseinheit für Ihr Produkt und wie hoch der Preis?
  • Wie würde man Ihr Produkt physisch an den Ort bringen, wo es gerade gebraucht würde?
  • Oder stünde Ihr Produkt an einem festen Ort und würde via Internet von überall genutzt?
  • Vielleicht geht es auch gar nicht um Ihre Produkte, sondern um Ihre Fertigungsstraßen?

Welche Potenziale sehen Sie im Teilen von Gütern? Wir freuen uns auf Ihre Kommentare.

 

 

Weitere Artikel zum Thema Shareconomy:

Demnächst in diesem Blog:

  • Teil 4: Teilen von Dienstleistungen – Wettbewerbsvorteile 2.0 durch Crowdsourcing
  • Teil 5: Soziale Projekte – was mobilisiert die Menschen?
  • Teil 6: Teilen – ein Prinzip auch für die Zusammenarbeit in Unternehmen?
  • Teil 7: Führungskräfte in der Shareconomy – wie geht das?

Quellen und weiterführende Hinweise:

 
Bildnachweis Titelfoto: Katarzyna Mikolajczyk/Shutterstock.com

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Dominic Böhmer

Dominic Böhmer

Dominic Böhmer ist Managementberater und Business Coach. Gemeinsam mit Kathrin Scheel hat er zeitsprung gegründet … für Unternehmen, die nachhaltige Veränderungen wollen und neben funktionierenden Prozessen & Strukturen auch Impulse für Führung & Zusammenarbeit suchen.

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