Shareconomy (Teil 1) – Teile und herrsche?

Strategie & Innovation Dominic Böhmer

shareconomy - (c) shutterstock

Shareconomy – ein Thema, das mich fasziniert. Weil Teilen und Kollaboration aus meiner Sicht riesige Potenziale für Unternehmen birgt. Beispiel: Angebote wie Drivenow oder Car2Go sind aus dem Stadtbild vieler Großstädte inzwischen nicht mehr wegzudenken. Spannend sind für mich die Fragen: Welche konkreten Geschäftsideen gibt es hier? Und wie können auch etablierte Firmen diesen Trend für sich nutzen?

Digitales Teilen ­ mehr als Twitter und Facebook!

Was lässt sich eigentlich alles teilen? Über die Abgrenzung von Shareconomy oder kollaborativer Wirtschaft lässt sich sicherlich trefflich diskutieren. Der Übersichtlichkeit halber unterscheide ich einmal ganz pragmatisch vier Kategorien, nämlich das Teilen von

  • digitalen Inhalten,
  • Gütern,
  • Dienstleistungen und
  • sozialem Engagement, also der Beteiligung an sozialen Projekten.

Das Teilen von digitalen Inhalten ist ziemlich populär – dank Social Media wie Twitter, Facebook, Instagram, Tumblr o.ä. und Crowdsourcing-Plattformen wie Wikipedia. Was Internetnutzer am liebsten teilen:

Überrascht hat mich hierbei die hohe Beliebtheit des Teilens von Erfahrungen mit Produkten und Dienstleistungen.

Digitales Teilen – ein Beispiel für ein handfestes Geschäftsmodell

Aber da sind auch Geschäftsmodelle wie das von Honestly, einem Karlsruher Start-Up. Dieses stellt Unternehmen eine Komplett-Lösung für die Erhebung von Kunden-Feedback bereit. Stellen Sie sich vor, Sie lassen sich gerade von einem Kundenbetreuer einer Bank beraten. Ein Schild auf dem Schreibtisch sagt: „Bitte lassen Sie uns wissen, wie zufrieden Sie mit unserer Beratung waren.“. Darunter ein QR-Code, der Sie via Smartphone umgehend auf eine Bewertungsseite von Honestly leitet. Beim Verlassen der Bank geben Sie auf Ihrem Smartphone anonym eine kurze Bewertung zur Beratung ab – und das war’s. Die Bank bekommt dann Auswertungen, wie sie von ihren Kunden gesehen wird.

Wie sieht es aus, das Teilen von übermorgen?

Nachstehend eine Kurzübersicht über weitere spannende Geschäftsmodelle, die sich das digitale Teilen zunutze machen:

  • Tchibo ideas: Menschen mit cleveren Produktideen gesucht – Ideen, die es vielleicht irgendwann ins Tchibo-Regal schaffen, Erfolgsbeteiligung inklusive

  • Iversity: Kostenlos Online-Kurse an renommierten Hochschulen belegen mit inspirierenden Lehrenden – diese Plattform macht’s möglich

  • UnserAller: Auf unserAller suchen Unternehmen wie z.B. die Drogeriemarktkette dm nach Ideen, um in Zukunft getreu den Wünschen ihrer Kunden produzieren zu können

  • Tripoto: Share your Trip! Reisende veröffentlichen ihre Routen mit allerlei nützlichen Tipps wie Empfehlungen, Kosten, Zeitdauer etc. – ein individueller Reiseführer

 

Warum teilen Menschen digitale Inhalte?

Bitkom - Nutzer teilen Inhalte 2013

Um es auf den Punkt zu bringen: Kontakte, Follower und Likes sind die neuen Statussymbole!

Digitales Teilen – auch etwas für Sie?

  • Wie könnte ein individueller User Guide für Ihr Produkt aussehen?
  • Wofür verwenden Ihre Kunden Ihre Produkte?
  • Was können Kunden von Kunden lernen? Was können Kunden für Kunden tun?
  • Welches Produkt wünschen sich Ihre Kunden von Ihnen?

Fragen Sie doch mal Ihre Kunden …

Welche Potenziale sehen Sie im digitalen Teilen? Schreiben Sie uns.

Demnächst weitere Posts zum Thema „Shareconomy“:

  • Teil 2: Neue Wege für Banken und Versicherungen
  • Teil 3: Teilen von Gütern – Teilen ist das neue Besitzen!
  • Teil 4: Teilen von Dienstleistungen – Wettbewerbsvorteile 2.0 durch Crowdsourcing
  • Teil 5: Soziale Projekte – was mobilisiert die Menschen?
  • Teil 6: Teilen – ein Prinzip auch für die Zusammenarbeit in Unternehmen?
  • Teil 7: Führungskräfte in der Shareconomy –  wie geht das?

Quellen und weiterführende Hinweise:

  • BITKOM - Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V.; Pressekonferenz „SharEconomy – Die Ökonomie des Teilens“; 04.03.2013
  • Botsman, R.; Konzerne lernen zu teilen; in: Harvard Business Manager 10/2014, S. 7 ff.
 
Bildnachweis Titelfoto: Rawpixel/Shutterstock.com
Keinen Blogbeitrag mehr verpassen

Dominic Böhmer

Dominic Böhmer

Dominic Böhmer ist Managementberater und Business Coach. Gemeinsam mit Kathrin Scheel hat er zeitsprung gegründet … für Unternehmen, die nachhaltige Veränderungen wollen und neben funktionierenden Prozessen & Strukturen auch Impulse für Führung & Zusammenarbeit suchen.

Zurück

Kommentare