Mitarbeiter im Teleworking: Darauf müssen Arbeitgeber achten!

zeitsprung Kathrin Scheel

Homeoffice in modernen Unternehmen

Berufseinsteiger wünschen sich mehr Homeoffice – so lautet die Überschrift eines Beitrags der XING-Recruiting-Redaktion Ende Februar.

Als Arbeitsgeberin kann ich diese Aussage für das zeitsprung-Team voll bestätigen. Meine beiden jüngsten Mitarbeiter Caroline (24) und Marian (32) haben in den vergangenen Beiträgen bereits über ihre Erfahrungen berichtet. Caroline aus Sicht des Homeoffice, Marian als Teleworker in Asien.

Wie reibungslos verlaufen Homeoffice und Teleworking aus Arbeitgebersicht?

Als Marian mit seinem Vietnam-Reisewunsch an mich herantrat, hatte ich sehr schnell den Gedanken im Hinterkopf, dass zeitsprung ja auch angetreten ist, neue Entwicklungen in der Arbeitswelt nicht nur im Coaching und in Trainings zu vermitteln, sondern diese auch zu leben und entsprechende eigene Praxis-Erfahrungen zu sammeln. Nicht nur drüber reden, sondern machen – das ist unsere Devise!

Bereit für das Experiment, setzten wir uns zusammen und berieten, wie wir es angehen können.

Diese 4 Regeln müssen vereinbart werden:

Für mich sind nach meinen bisherigen Erfahrungen aus Arbeitgebersicht – wir arbeiten mittlerweile seit dem Sommer 2014 mit dem Homeoffice - folgende Punkte wichtig:

1. Aufgaben vorher definieren!

Die Aufgaben müssen klar definiert sein. Jeder im Team muss wissen, wer an welchen Projekten arbeitet und wer genau was macht.

2. Deadlines setzen!

Es muss eine klare Absprache zu den Deadlines geben. Bis wann genau muss was genau fertiggestellt werden?

3. Erreichbarkeit sichern!

Die Erreichbarkeit des jeweiligen Projektleiters für Rückfragen muss sichergestellt sein. Da ich selbst auch deutschlandweit unterwegs bin, sind auch meine Mitarbeiter informiert, wann ich wo bin und wie sie mich erreichen können.

4. Regelmäßige Präsenz-Zeiten

Regelmäßige Präsenz-Teambesprechungen sind wichtig. Wir treffen uns regelmäßig einmal pro Monat, um den Stand der Dinge zu besprechen, Fragen zu klären und die nächsten Aufgaben festzulegen.

Daneben gibt es projektbezogene Treffen, an denen nicht alle beteiligt sind oder erweiterte Treffen, zu denen feste Kooperationspartner wie unsere Grafk-Designerin oder Lektorin eingeladen werden.

Unsere Erfahrung: Teleworking in Asien

Diese 4 vorab definierten Regeln haben wir auch auf das Teleworking-Experiment von Marian übertragen. Hier kamen ergänzend noch die von Marian erwähnten Punkte wie technische Durchführbarkeit, Zeitverschiebung etc. hinzu.

Zufriedene Mitarbeiter

Der größte Vorteil der Homeoffice-Arbeit ist für mich als Arbeitgeberin die Zufriedenheit meiner MitarbeiterInnen, die sich in einem hohen Engagement niederschlägt.

In der Praxis: Marian hat neue inspirierende Erfahrungen in Asien gesammelt und seine Aufgaben selbständig und engagiert gelöst. Die Konrolle durch den Arbeitgeber entfällt. Aber ist sie notwendig, wenn das Ergebnis überzeugt? Marian ist zufrieden und ausgeglichen von seiner Asien-Reise zurückgekehrt.

Konzentration auf das Wesentliche

Nach meinen Erfahrungen gibt es aber noch einen wichtigen Nebeneffekt, der die Arbeitsorganisation betrifft:

Die Zusammenarbeit im Team wird effektiver. Durch die Konzentration auf die Präsenztreffen

  • finden Teambesprechungen zum einen regelmäßig statt und
  • sind zum anderen gut vorbereitet

Jeder überlegt sich, was für ihn wichtig ist und was er ansprechen will. Das ist aus meinen früheren Erfahrungen in der Wirtschaft anders, wenn ich die Leute jeden Tag sehe. Da schleicht sich oft der Gedanke des Aufschiebens ein: "Ach, das kann ich ja morgen auch noch besprechen."

Fazit: Teleworking – Hop oder top? Vertrauen ist alles!

Nun sind unsere Erfahrungen mit Homeoffice und Teleworking ausschließlich positiv.

Die wichtigste Voraussetzung, die Sie als Arbeitnehmer mitbringen müssen: Vertrauen und Loslassen.

Ich habe großes Vertrauen darin, dass meine Mitarbeiter ihre Aufgaben erfüllen. Dafür muss ich mir sicher sein, dass sie ihre Aufgaben kennen und nicht überfordert sind. Ihre Mitarbeiter müssen klar kommunizieren können, dass Sie ihre Aufgaben verstanden und selbständig lösen können. Es ist ärgerlich, wenn überforderte Mitarbeiter nicht mitteilen, wenn Aufgaben nicht gelöst werden können. Aber auch an dieser Stelle sind Sie als Teamleiter gefragt.

Vertrauensmann oder Kontrolleur?

Ist Homeoffice auch in Ihrem Unternehmen anwendbar? Vertrauen Sie Ihren Mitarbeitern oder wollen Sie sie in ihrer Nähe wissen? Mit diesem Thema werden wir uns im nächsten Beitrag befassen.

 

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Kathrin Scheel

Kathrin Scheel ist Management Executive Coach (ECA), Lehrcoach und Lehrtrainerin (ECA) sowie Trainerin für Führung & Entwicklung. Und sie ist Mitgründerin von zeitsprung. Ihr sind die Einbindung von Führungskräften und Mitarbeitern im Unternehmen sowie deren Entwicklung sehr wichtig.

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