Mut zur Lücke - Entspannen Sie den Perfektionisten in sich

Kathrin Scheel

Perfektionismuss im Unternehmen - Weiterentwicklung - Personal

 

Gehören Sie auch zu denen, die von Zeit zu Zeit unter Druck geraten, weil sie immer alles perfekt machen wollen? Wenn ja, dann lesen Sie unseren heutigen Blogbeitrag! Maria Stepanek kennen Sie bereits aus anderen Blogbeiträgen. Heute gibt Ihnen Maria wertvolle Tipps zum Thema Perfektionismus und wie Sie ihm entgegentreten können. Wir wünschen viel Spaß beim Lesen und Ausprobieren!

Mut zur Lücke

Perfektionismus ist grundsätzlich eine gute Sache. Er verhindert Halbherzigkeit, spornt uns an und sichert Weiterentwicklung, Leistung, Ästhetik und Qualität. Problematisch werden hohe Ansprüche dann, wenn sie uns nicht mehr voranbringen, sondern einschränken und lähmen. Zum Beispiel, wenn man, um das perfekte Ergebnis zu erzielen, lieber Überstunden schiebt, anstatt Aufgaben zu delegieren. Wenn der Vortrag Satz für Satz durchgeplant ist und kein Raum für Spontanität bleibt. Wenn auf der Suche nach der optimalen Lösung zwar alle hypothetischen Möglichkeiten berücksichtigt wurden, durch die Komplexität aber die Entscheidung blockiert ist. Oder wenn das perfektionistische Streben eine Aufgabe dermassen schwierig erscheinen lässt, dass man sie erst gar nicht beginnt.

20:80-Regel

Noch längst nicht alle Arbeiten müssen perfekt erledigt werden. Im Gegenteil, eine bekannte ökonomische Regel, das Pareto-Prinzip, besagt, dass mit 20 Prozent des Einsatzes 80 Prozent der Wirkung erzielt werden. Es ist also pure Zeitverschwendung, sich im Detail zu verlieren, wenn der Mehrwert, der dadurch erzielt wird, verschwindend gering ist. Wer immer 100 Prozent erreichen will, erzeugt Stress und verschwendet Zeit und Energie. Was hat man letztendlich davon, wenn zwar der Posteingang blitzeblank aufgeräumt ist, dafür aber bei weitem wichtigere Aufgaben und Projekte, Freizeit und Familie zu kurz kommen?

 

Tipps für Perfektionisten

1. TIPP: Perfektion weglassen, wo sie nicht nötig ist!

Verabschieden Sie sich von der Einstellung „Ganz oder gar nicht“ und unterscheiden Sie: Überall dort, wo Daten, Zahlen und Fakten im Spiel sind, ist Perfektion gefragt. Schriftverkehr hingegen muss zwar inhaltlich korrekt, aber sicherlich kein stilistisches Meisterwerk sein. Und dann gibt es vermutlich jede Menge Zeitfresser, die Sie getrost delegieren oder eliminieren können.

2.TIPP: Achte auf die 20:80 Regel!

Denken Sie an die 20:80-Regel und geben Sie jenen Dingen Vorrang, die Ihnen wirklich wichtig sind. Vor allem, wenn Sie unter Zeitdruck stehen und viele Dinge gleichzeitig zu erledigen sind, ist es ratsam, sich auf die Aufgaben mit der grössten Hebelwirkung zu konzentrieren.

3. TIPP: Lege engere Zeitfenster fest!

Bekanntlich dehnt Arbeit sich in dem Masse aus, wie Zeit zu ihrer Erledigung zur Verfügung steht. Entziehen Sie perfektionistischen Tendenzen die Grundlage, indem Sie bereits im Vorfeld festlegen, wieviel Zeit Sie einer Aufgabe widmen werden.

4.TIPP: Erledige Aufgaben bewusst nicht perfekt!

Beweisen Sie Mut zur Lücke und machen Sie jeden Tag bewusst etwas nicht perfekt. Anfangs wird es Sie vielleicht Überwindung kosten, auf den Senden-Button zu drücken, ohne den Report noch dreimal überarbeitet zu haben. Doch schon bald werden Sie merken: Ein grossartiges, befreiendes Gefühl!

5. TIPP: Genießen Sie Ihren Perfektionismus!

Würdigen Sie Ihren Perfektionismus aber auch, und zwar dort, wo er Ihnen wirklich hilfreich ist. Was wären Ihr Leben, Ihr Privates und Ihre Karriere ohne Streben nach Weiterentwicklung und Verbesserung? In welchen Bereichen ist Ihnen Ihr Perfektionismus als „Qualitätsbeauftragter“ vielleicht sogar unerlässlich? Wo verleiht er Ihnen Durchhaltevermögen, Ehrgeiz und Kraft? Ich bin mir sicher, Sie wollen nur ungern ganz auf ihn verzichten. Stellen Sie sicher, dass er das auch weiss.


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Kathrin Scheel

Kathrin Scheel ist Management Executive Coach (ECA), Lehrcoach und Lehrtrainerin (ECA) sowie Trainerin für Führung & Entwicklung. Und sie ist Mitgründerin von zeitsprung. Ihr sind die Einbindung von Führungskräften und Mitarbeitern im Unternehmen sowie deren Entwicklung sehr wichtig.

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