Mitarbeiterbindung mal anders!

Mitarbeiterentwicklung Caroline Trautvetter

Mitarbeiterbindung/shutterstock.com

Das sind erschreckende Zahlen: 17 % der deutschen Erwerbstätigen haben innerlich bereits gekündigt und 67 % leisten nur Dienst nach Vorschrift – so hat es eine aktuellen Studie des Gallup-Instituts herausgefunden. Bei diesen Zahlen muss eigentlich jede Führungskraft hellhörig werden. Hinzu kommt Fachkräftemangel durch eine immer älter werdende Bevölkerung. Und die Gallup-Studie hält weitere erschreckende Zahlen bereit: Jährlich verlieren deutsche Unternehmen 110 Milliarden Euro durch hohe Mitarbeiterfluktuation. Dazu kommen Probleme wie der Verlust von Know-how und die Verzögerung wichtiger Prozesse. Was ist denn da los, in den deutschen Unternehmen?

Relevanz und Auswirkungen mangelnder Mitarbeiterbindung sind bekannt

In einer anderen Studie befragte die Leuphana Universität Lüneburg Mittelständler zum Thema "Retention Management", also dem aktiven Gewinnen und Binden von Mitarbeitern. Dabei gaben 73% der Befragten an, dass das Thema für sie eine hohe oder sogar sehr hohe Bedeutung hat. Doch nur wenige verfügen über das notwendige Wissen, um dabei wirkungsvoll vorzugehen.

Kommt denn die Bindung nicht mit dem Geld?

Gehaltserhöhung als Wundermittel! Dies ist oft der erste Gedanke. In der Realität ist es jedoch nicht ganz so leicht. De facto führt eine Lohnsteigerung nur bei jedem Vierten dazu, tatsächlich im Unternehmen zu bleiben. Natürlich ist eine angemessene Entlohnung generell wichtig für die Mitarbeiterzufriedenheit. Jedoch ist dies noch lange keine hinreichende Bedingung dafür, dass sie auch weiterhin ans Unternehmen gebunden sind und wenn Sie unseren Artikel zur Mitarbeitermotivation gelesen haben, dann wissen Sie auch warum: der Effekt finanzieller Anreize ist nur sehr kurzlebig. Man gewöhnt sich sehr schnell an ein neues Gehalt, und damit ist der positive Effekt binnen kurzer Zeit verloren.

Die Antwort: Setzen Sie weniger aufs Geld - und mehr auf Emotionen

Dies fanden Wissenschaftler der Leuphana-Universität Lüneburg in ihrer Studie heraus. In einer groß angelegten Befragung von mittelständischen Unternehmen nennen Mitarbeiter vor allem die folgenden Punkte als die wichtigsten Faktoren der Bindung zum Unternehmen:

  • angenehmes Betriebsklima
  • positive Führungskultur
  • vorhandene Karriereoptionen
  • Personalentwicklung

Gerade der letzte Punkt wird oft vernachlässigt. Personalentwicklung findet bei den Führungskräften oft zu wenig Beachtung. Es fehlt das Engagement der Chefabteilung, den Mitarbeitern Perspektiven zu eröffnen und mit ihnen Entwicklungsschritte zu planen. Denn Weiterbildung ist eine sehr effektive Möglichkeit, um Mitarbeiter zu halten. Der Wunsch der Mitarbeiter geht immer mehr in die Richtung, der eigenen Arbeit einen Sinn zu geben und sich weiter zu entwickeln. Dabei sind vor allem 2 Dinge wichtig:

  1. Das Angebot an Weiterbildungen sollte mit direkten Zielen für die eigene Tätigkeit verbunden sein (zum Beispiel können sie dazu führen, dass der Arbeitnehmer interessantere Aufgaben übernehmen oder im Unternehmen gezielt Karriere machen kann), und
  2. Teilnehmer sollten über Inhalte mitbestimmen können.

Wenn Ihnen das jetzt alles noch nicht so ganz klar ist: Keine Sorge! Im nächsten Blogartikel zeigen wir Ihnen, wie Sie Weiterbildungsmaßnahmen bedürfnisorientiert planen und umsetzen können. 

 

 

Quellen und weiterführende Hinweise

 

 

Bildnachweis Titelfoto: shutterstock.com

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Caroline Trautvetter

Psychologin Caroline Trautvetter

Als Psychologiestudentin der FU Berlin und Mitglied im Team von zeitsprung beschäftigt sich Caroline Trautvetter mit der Verbindung von moderner Forschung und praktischem Business-Alltag.

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