Mit einer starken Arbeitgebermarke Talente gewinnen

Mitarbeiterentwicklung Caroline Trautvetter

Wie die aktuelle Studie von LinkedIn zeigt, würden 50% der Befragten nicht zu Unternehmen mit einer schwachen Arbeitgebermarke gehen.  10% würden sich dieses Defizit nur mit höherem Gehalt kompensieren lassen. LinkedIn hat die daraus resultierenden durchschnittlichen Mehrkosten berechnet, die einem Unternehmen entstehen. Diese gehen in den Millionenbereich. Investieren Sie also lieber in die Entwicklung und Kommunikation einer guten Arbeitgebermarke.

Arbeitgeber- und Unternehmensmarke in Einklang bringen!

Hier liegt ein häufiger Fehler. Arbeitgeber- und Unternehmensmarke werden oft getrennt voneinander und ohne gegenseitige Abstimmung entwickelt.  Es werden so Versprechungen gemacht die am Ende nicht der Realität entsprechen und ein noch so gut aufgebautes Image geht nach hinten los. Präsentieren Produkte des Unternehmens andere Werte als das Unternehmen als Arbeitgeber, entsteht ein inkongruentes Bild.

Arbeitgebermarke mit Emotionen verknüpfen!

Starke, emotionale Marken ziehen wir anderen unterbewusst vor, obwohl man rational nicht einmal sagen könnte, dass man die Qualität besser findet. Dies zeigt zum Beispiel ein Experiment mit verschiedenen Colamarken. Die Probanden konnten oft mit verdeckter Markenkennzeichnung keinen eindeutigen Favoriten wählen. Zeigt man jedoch die dahinterstehende Marke, so fällt die Wahl ganz deutlich aus. Dieses Prinzip lässt sich übertragen auf die Arbeitgebermarke. Die Lieblingsautomarke zum Beispiel, wird auch automatisch der Favorit als Arbeitgeber sein, ohne Alternativen abzuwägen. Für Unternehmen ist es an dieser Stelle also wichtig schon früh damit anzufangen „Werbung“ zu machen, sei es durch Kontakt mit Universitäten, Praktika oder Diplomarbeiten.

Natürlich sind nicht alle Branchen so von Marken bestimmt. Aber auch kleinere Unternehmen können ihre Marke schon vorab mit positiven Emotionen verknüpfen, ohne, dass ein Kontakt zwischen Arbeitgeber und Mitarbeiter stattgefunden hat. Zum Beispiel durch Pflegen der Mitarbeiterzufriedenheit. Wenn im Bekanntenkreis alle positiv über Sie als Arbeitgeber reden, so entsteht eine indirekte Bindung bei potentiellen Mitarbeitern.

Die Arbeitgebermarke emotional laden gelingt auch durch Kommunikation von Werten des Unternehmens und dessen Image. Dabei ist eins wichtig:

Arbeitgebermarke leben!

Dieses Image muss natürlich auch gelebt werden, damit es glaubwürdig ist. Ein gutes Beispiel dafür ist der Outdoorausstatter Vaude. Familienfreundlichkeit steht dort ganz groß geschrieben. So gibt es zum Beispiel eine unternehmenseigene Kita, wo auch die Kinder der Geschäftsführerin ein und aus gehen. Dazu gehören außerdem flexible Arbeitszeiten und das Arbeiten von zu Hause. Auch Nachhaltigkeit ist bei Vaude an der Tagesordnung. So werden nicht nur die Produkte nach diesen Werten ausgerichtet, sondern auch die Firmenzentren und Arbeitsplätze dementsprechend gestaltet.

So schafft man es, seine Werte glaubwürdig zu präsentieren und das Unternehmen auf dem Arbeitsmarkt attraktiv zu machen. Das wiederum wirkt sich positiv auf de gesamte Unternehmensmarke aus.

 

Quellen und weiterführende Hinweise

  • Bach, N., Sterner, M.: Potenziellen Bewerbern in den Kopf schauen. Was das Employer Branding von der Hirnforschung lernen kann. In: Personalführung 9/11
  • Meier-Kortwig, H., Kupetz, A.: Selbstverliebtheit schadet Firmenimage. 12.06.2012 In: http://www.business-wissen.de/artikel/aufbau-employer-branding-und-arbeitgebermarke/
  • Molitor, A.: Ins Licht gerückt. Brand eins: 02-12. (S. 136-139)
  • LinkedIn-Studie: Schwache Arbeitgebermarke kann Millionen kosten. 17.11.2015. In: http://www.presseportal.de/pm/64022/3177525

 

Bildnachweis Titelfoto: Rawpixel.com/shutterstock.com

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Caroline Trautvetter

Psychologin Caroline Trautvetter

Als Psychologiestudentin der FU Berlin und Mitglied im Team von zeitsprung beschäftigt sich Caroline Trautvetter mit der Verbindung von moderner Forschung und praktischem Business-Alltag.

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