Mental stark mit Selbstsuggestionen

Kathrin Scheel

Corporate Happiness

Der Mensch hat die Fähigkeit, sich selbst zu steuern. Nach dem Wenn-Dann-Prinzip beauftragen wir unser Unbewusstes fortlaufend, in bestimmten Situationen ein konkretes Verhalten zu zeigen.

Die Suggestion „Wenn ich ins Büro komme, denke ich daran, meinem Kollegen zum Geburtstag zu gratulieren“ verbindet einen zukünftigen Auslöser mit einem präzisen mentalen Prozess. Je öfter eine Verknüpfung genutzt wird, desto automatisierter läuft sie ab: Dass man die Türe abschliesst, wenn man ausser Haus geht, ist selbstverständlich und bedarf in der Regel keiner besonderen Erinnerungsleistung mehr. Anders sieht es mit Situationen aus, die nicht so häufig vorkommen und Fähigkeiten erfordern, über die man zwar grundsätzlich verfügt, die aber für den spezifischen Kontext noch aktiviert werden müssen. Wie zum Beispiel einem Vortrag, bei dem man sicher und souverän, fachlich kompetent und gleichzeitig authentisch und locker wirken will.


Auf den richtigen Fokus kommt es an

Viele Menschen machen hier den Fehler, Ihr Unbewusstes in die falsche Richtung zu steuern, indem sie sich etwa sagen: „Hoffentlich bin ich, wenn ich zu reden beginne, nicht nervös und verhasple mich“. Genau das wird jedoch der Fall sein, denn bei dieser Negativsuggestion wird das Versagensgefühl in die Zukunft projiziert und dort an den Beginn der Rede gekoppelt. Generell wird immer jenes Erleben verstärkt, auf das wir unsere Aufmerksamkeit richten. Beim Wunsch, einen bestimmten Gedanken zu vermeiden, drängt sich dieser geradezu auf. Die Angst vor einem Blackout erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass Denken und Sprechen tatsächlich blockiert sind und man verzweifelt nach einem klaren Gedanken sucht. Hingegen sind Suggestionen wie etwa „Ich bin mal gespannt, was mir dann, wenn ich vor den Leuten stehe, spontan Lustiges einfällt“ genau richtig, um sich mental stark auf die Herausforderung einzustimmen.


Das eigene Unbewusste zielgerichtet lenken

Egal, ob Sie vor einer wichtigen Prüfung stehen, einen Vortrag halten müssen oder sich auf ein Bewerbungsgespräch vorbereiten, mit den richtigen Selbstsuggestionen wird Ihr Unbewusstes Sie optimal unterstützen. Folgen Sie einfach diesen vier simplen Schritten.

 

4 Schritte zur optimalen Selbstsuggestion


1. Schritt der Selbstsuggestion: Wie will ich mich in der Situation idealerweise fühlen und verhalten?

Häufig gewünschte Zustände sind: ruhig, gelassen, konzentriert, aufmerksam, locker, beweglich, gut geerdet sein, ganz bei mir selbst sein, dynamisch, alles rundherum ausblenden, voll in meinem Element sein etc.
Wenn Sie voller Selbstvertrauen sein wollen, konkretisieren Sie: Wie fühlt sich Selbstvertrauen im Körper an, was gehört da dazu?


2. Schritt zur Selbstsuggestion: Wie sind meine Körperhaltung, meine Atmung, meine Muskulatur und mein Stand?

Erwiesenermassen sind eine aufrechte Haltung, eine tiefe, gleichmässige Atmung und ein fester Stand Voraussetzung, um sich sicher und stark zu fühlen. Üben Sie die richtige Haltung ruhig schon mal durch. Ihr Unbewusstes wird sich dann umso leichter tun, im Bedarfsfall richtig zu reagieren.


3. Schritt zur Selbstsuggestion: Formulieren Sie nun Ihre eigenen Wenn-Dann-Suggestionen.

Diese laufen nach einem sehr einfachen Schema ab: Immer dann, wenn X eintritt, bin ich/mache ich/fühle ich mich Y“. Eine hilfreiche Suggestion wäre zum Beispiel: „Wenn mir beim Vortrag jemand eine Zwischenfrage stellt, dann bin ich gelassen, atme tief durch und gebe mir Zeit zum Antworten.“ Ob Sie Ihre Suggestion schriftlich festhalten oder ihn sich einfach im Geiste ein paar Mal wiederholen, ist Geschmackssache. Wichtig ist: Verwenden Sie ausschliesslich positive Formulierungen! Sie wissen ja, auf den richtigen Fokus kommt es an.

4. Schritt zur Selbstsuggestion: Vertrauen Sie auf Ihr Unbewusstes

Ihre Unterbewusstsein wird Sie im entscheidenden Moment optimal unterstützen. Aber Achtung: Auch das fleissigste Unbewusste nimmt Ihnen nicht die fachliche oder inhaltliche Vorbereitung auf eine Präsentation oder eine Prüfung ab ;-)
 

Ressourcen aus anderen Kontexten übertragen

Ich nutze das hypnotische Wenn-Dann-Prinzip auch im Coaching, um meine Klienten optimal auf wichtige Gespräche, Reden, Prüfungen oder sportliche Wettkämpfe vorzubereiten. Die Wirkung wird hier noch verstärkt, indem Fähigkeiten aus anderen Kontexten „geliehen“ werden. So sind zum Beispiel viele Menschen mit beruflicher Redeangst im Familien- und Freundeskreis vollkommen relaxed und haben Spass daran, die Runde zu unterhalten. In Trance kann der Klient in einen solchen ressourcenreichen Moment einsteigen und die mentale Stärke voll auskosten, bevor diese dann in ihrer vollen Intensität auf die zukünftige Situation übertragen wird. Die Verknüpfung ist dermassen zuverlässig, dass man schon wieder aufpassen muss, nicht zu locker zu sein.

Mehr Infos zu unserer Gastautorin Maria Stepanek finden Sie hier: Maria Stepanek

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Kathrin Scheel

Kathrin Scheel ist Management Executive Coach (ECA), Lehrcoach und Lehrtrainerin (ECA) sowie Trainerin für Führung & Entwicklung. Und sie ist Mitgründerin von zeitsprung. Ihr sind die Einbindung von Führungskräften und Mitarbeitern im Unternehmen sowie deren Entwicklung sehr wichtig.

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