Intrapreneurship oder betreutes Gründen

Strategie & Innovation Kathrin Scheel

„Unsere Phantasie, unsere Vorstellungskraft sind die einzigen unbegrenzten Ressourcen“ – so  Prof. Günter Faltin in seinem Vortrag zum Sommerfest des Netzwerks Unternehmertum der Freien Universität Berlin (NUFUB).

Wie aber können diese Ressourcen in Unternehmen voll zur Wirkung gelangen?

Ein Weg kann sicher das „betreute Gründen“ oder, wie Faltin es auch bezeichnet, ein Intrapreneurship sein – eine Geschäftsidee, die in dem bestehenden Unternehmen platziert wird.

In unserem Beratungs- und Coaching-Alltag sehen wir uns häufig mit den Herausforderungen von Konzernen konfrontiert, dass dem  Bedarf an flexiblen Innovationen nach dem Vorbild von start-ups noch nicht ausreichend Rechnung getragen werden kann.

In der Beratung von KMU sehen wir, dass viele Unternehmen zu stark mit den Alltagsaufgaben beschäftigt sind, als sich um Innovationen zu kümmern.  

Die Gründung im Unternehmen bietet deshalb aus unserer Sicht eine Reihe von Vorteilen – für Gründer und Unternehmen:

  • Das Unternehmen erhält frischen Wind durch neue Ideen
  •  Ein mögliches Scheitern kann viel besser aufgefangen werden
  •  Der Intrapreneur kann seine wirtschaftliche Sicherheit erhalten
  •  Zudem kann der Gründer die professionelle Arbeitsteilung, deren Komponenten durch das Unternehmen gestellt werden, nutzen. Dies ist in Zeiten, in denen der „Unternehmer als Alleskönner“[1] ohnehin ausgedient hat, umso wichtiger.

 Es gibt in der Praxis bereits Ansätze, die mit dem betreuten Gründen arbeiten. EnBW zum Beispiel hat einen entsprechenden Campus eingerichtet. Derzeit rund 80 Mitarbeiter sollen hier die Möglichkeit erhalten, wie Gründer zu arbeiten. Sie werden für einen Zeitraum von 3-4 Monaten für die Entwicklung eines Geschäftsmodelles  freigestellt. Wenn das entwickelte Modell der Prüfung standhält, werden die Arbeitsstellen der Beteiligten bis auf weiteres freigegeben. Falls nicht, besteht die Möglichkeit, wieder an den alten Arbeitsplatz zurückzukehren.[2]

 Ob es um die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle geht oder generell um ein gut funktionierendes Projektmanagement – wir sehen hierin einen ganz wesentlichen Faktor, Potenziale der Mitarbeiter für diese selbst und das Unternehmen nutzbar zu machen und hoffen sehr, dass diese Entwicklungen voranschreiten!



[1] Faltin, Günter, Kopf schlägt Kapital, Hanser Verlag 2008, S. 63 ff.

[2] Knieps, Stephan, Betreutes Gründen, Bilanz – Das deutsche Wirtschaftsmagazin, Juni 2015, S. 43

 

Bildnachweis Titelfoto: StockLite/shutterstock.com

Keinen Blogbeitrag mehr verpassen

Kathrin Scheel

Kathrin Scheel ist Management Executive Coach (ECA), Lehrcoach und Lehrtrainerin (ECA) sowie Trainerin für Führung & Entwicklung. Und sie ist Mitgründerin von zeitsprung. Ihr sind die Einbindung von Führungskräften und Mitarbeitern im Unternehmen sowie deren Entwicklung sehr wichtig.

Zurück

Kommentare