Innovation in großen Organisationen - ein inspirierendes Beispiel

Innovation Dominic Böhmer

Was können Unternehmen von Barack Obama lernen, wenn sie ihr Unternehmen durch Innovationen nach vorne katapultieren wollen? Vielleicht sollten sie sich anschauen, wie der amerikanische Präsident die digitale Infrastruktur der Regierung aufmöbeln will!

Innovation – Obamas Ansatz

Die Antwort in Kurzform: Er sucht sich die Top-Tech-Leute des Landes und gründet ein Startup.

In einem Artikel berichtet Silvia Follmann, Redakteurin von editionF.com, über die Anfänge:

„Alles begann mit der Einladung zu einem vermeintlichen Roundtable, der die unterschiedlichsten Größen der Tech-Branche zusammenrief – eigentlich keine große Sache. Doch schließlich stellte sich heraus, dass der Ort des Geschehens der Roosevelt-Raum im Westflügel des Weißen Hauses sein würde. Und kaum dort angekommen, öffnet auch schon Barack Obama die Tür. In den 45 Minuten, die dann folgen, macht der US-Präsident den Geladenen klar, dass er sie einstellen will. Alle.

Und wenn es sein müsse, dann würde er persönlich dafür mit ihren Chefs und mit ihren Familien sprechen, um alle zu überzeugen. Alle lachen. Nur Barack Obama nicht. So fasst Jon Gertner die Anfänge des Startups zusammen, dessen Wirken und Mitwirkende er in einer Reportage für Fast Company vorstellt. Sie erzählt von einer bislang weitgehend verborgenen Welt, es ist die Geschichte eines digitalen Teams, das den Aufstand probt – im Dienste des Staates.“

Obamas Agenda: Den digitalen Vorsprung der Privatwirtschaft gegenüber der Regierung aufholen, da die Regierung Technologien und IT in den vergangenen Jahren zu stiefmütterlich behandelt habe.

Innovation – die Kraft der zwei Systeme

Ein erstaunlich pragmatischer Ansatz dafür, den Kurs eines Supertankers zu verändern. Und einer, der funktionieren könnte. John P. Kotter, der amerikanische Erfolgsautor zum Thema Innovation und Change in Unternehmen (u.a. „Leading Change“), stützt diesen Ansatz. Seine These:  Traditionelle Hierarchien und Prozesse im Unternehmen sind auf Effizienz und Fehlerfreiheit ausgerichtet. Je ruhiger, berechenbarer und vorhersehbarer das Unternehmen läuft, umso besser. Zielbild: ein tadellos funktionierendes Schweizer Uhrwerk. Jede Störung, jede Fehlerquelle wird nach Möglichkeit sofort ausgemerzt.

Wenn das Unternehmen nun auf Innovation umschalten will, sind es genau diese traditionellen Hierarchien und Prozesse, die jede Veränderung möglichst im Keim ersticken werden. Denn Veränderung bedeutet Störung des Status Quo, Abkehr von Routine. Und damit Effizienzverlust.

Kotter empfiehlt daher, Innovationsprojekte in eine eigene Parallelorganisation zum Unternehmen auszugliedern und der Innovation hier Raum und Ressourcen zu geben. Nur so seien Quantensprünge möglich. Er nennt das „die Kraft der zwei Systeme“.

Jeder, der schon mal ein Projekt mit innovativem Anspruch begleitet hat, findet sich wieder in Kotters Empfehlung. Die Gefahr ist groß, dass innovative Ideen in vielen Sitzungen und Gesprächen mit Managern der traditionellen Organisation zerredet werden und in die Mühlen der traditionellen Steuerungsprozesse geraten. Zu wünschen ist, dass Unternehmen eine Anleihe an dem Vorgehen des amerikanischen Präsidenten nehmen und Innovation in geschützter Umgebung eine reelle Chance geben.

 

Quellen und weiterführende Hinweise

 

Bildnachweis Titelfoto: Mmaxer/shutterstock.com

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Dominic Böhmer

Dominic Böhmer

Dominic Böhmer ist Managementberater und Business Coach. Gemeinsam mit Kathrin Scheel hat er zeitsprung gegründet … für Unternehmen, die nachhaltige Veränderungen wollen und neben funktionierenden Prozessen & Strukturen auch Impulse für Führung & Zusammenarbeit suchen.

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