3 einfache Tipps, die Ihnen sofort helfen werden, bessere Texte zu schreiben

Juliane Scheel

Anleitung und Tipps: Besser texten - Texte schreiben für Firmenwebsite

 

Das kennen Sie sicher: Sie wollen (oder müssen) einen Text schreiben. Und eigentlich wissen Sie auch ganz genau, was Sie sagen wollen. Aber statt Ihre Ideen einfach niederschreiben zu können, sitzen Sie vor Ihrem blanken Bildschirm. Nix. Es will einfach nicht vom Kopf auf das Blatt kommen. Irgendwann müssen Sie aber was schreiben, also tippen Sie einen Satz. Und löschen ihn wieder. Tippen … löschen. Tippen … und löschen.

Sollte es Ihnen so gehen, dann können Sie mir eines glauben: Sie sind damit nicht allein. Ganz im Gegenteil, es geht den allermeisten meiner Klienten wie Ihnen – und am Anfang meiner Schreibkarriere ging es auch mir selbst nicht viel besser. Aber die gute Nachricht ist: Mit ein paar Tricks und Kniffen lässt sich das Problem sehr schnell lösen.

 

Tipp 1: Entspannen Sie sich - vergessen Sie, was Sie in der Schule gelernt haben!


Ja, wirklich, ich bin mir sehr sicher, dass ein ausgezeichneter Schreiberling in Ihnen steckt. Das Problem mit dem Schreiben ist nur folgendes: Wir haben es in der Schule gelernt. Sie erinnern sich: Erst Diktate, dann Aufsätze. Und so schreiben die meisten auch heute noch: Als hätten sie einen Aufsatz zu schreiben. Sobald sie also vor der Aufgabe stehen, einen Text zu schreiben und vor dem weißen Blatt sitzen, wechseln sie – mehr oder weniger bewusst – in die Rolle des Schreibenden. Und dann fängt das Dilemma an: Wir versuchen, uns krampfhaft an eine feste Form zu halten. Damit stehen wir uns jedoch selbst im Weg, denn vor allem im Internet gilt: Professionell und formell, das sind zwei Paar Schuhe. Nun ist klar, dass wir die Grundregeln von Respekt und Höflichkeit einhalten müssen und auch Rechtschreibung und Grammatik sollten einwandfrei sein. Aber abgesehen davon gilt: Entspannen Sie sich. Vergessen Sie den Aufsatz und schreiben Sie genau so, wie Sie auch mit Ihrem Kunden sprechen würden! Dann wird Ihnen nicht nur das Schreiben leichter fallen, Ihre Texte werden auch besser verstanden werden und bessere Ergebnisse erzielen.

 

Tipp 2: Komplex und Verschachtelt war gestern - kurz und einfach muss es sein!


„Ein verwirrter Kopf sagt immer Nein“, ist eine sehr bekannte Weisheit aus dem Marketing und führt uns direkt zur zweiten ungünstigen Angewohnheit, die wir aus der Schule mitgenommen haben: Sobald wir etwas aufschreiben, sind wir darauf bedacht, uns sehr gewählt und gehoben ausdrücken. Wir denken, mit komplexen Formulierungen, Fachbegriffen und langen Schachtelsätzen empfindet uns der Leser als besonders klug und kompetent. In der Regel macht das unsere Texte jedoch nur unnötig kompliziert und damit schwer zu erfassen; gerade im Internet, wo die Aufmerksamkeitsspanne durch viele Reize und Angebote ohnehin schon sehr klein ist, ist das ein echter Nachteil.

Benutzen Sie stattdessen eine klare, einfache Sprache mit kurzen Sätzen und wenig Füllwörtern, können Sie wirklich trumpfen.

 

Hier ist ein Beispiel.

„Dieser Blogartikel, den wir Ihnen heute ganz aktuell in unserem zeitsprung Blog zur Verfügung stellen, zeigt Ihnen drei Schreibtipps, die Ihnen helfen werden, Ihre Texte künftig auf den Punkt und an den Bedürfnissen Ihrer Klienten orientiert zu formulieren.“

vs.

„Schreiben Sie ab sofort kundenorientierte Texte, die überzeugen! Unsere besten Schreibtipps heute frisch für Sie gebloggt auf zeitsprung.de.“

Obwohl beide Textschnipsel die gleiche Aussage treffen, könnten sie unterschiedlicher kaum sein. Versuchen Sie also künftig, Ihre Texte so einfach wie möglich zu formulieren. Finden Sie klar verständliche Worte und halten Sie Ihre Texte kurz. So erleichtern Sie es Ihrem Leser ungemein, Ihr Angebot zu verstehen und: Sie erleichtern ihnen damit automatisch auch die Kaufentscheidung. Sie erinnern sich: A confused mind will always say no. Wenn Sie möchten, dass Ihre Leser „Ja“ sagen, dann sorgen Sie für Klarheit.

 

Tipp 3:  Verkaufen Sie Möglichkeiten und Problemlösungen!


„Ok“, denken Sie jetzt vielleicht, „das ist nun wirklich ein alter Hut.“ Und es stimmt natürlich: Jeder, der ein Unternehmen leitet oder aufbaut, wird sich schon mit seiner Zielgruppe auseinandergesetzt haben. Lesen Sie trotzdem weiter.

Denn beim Schreiben ist es noch immer so, dass wir zu sehr von dem ausgehen, was sich in unseren eigenen Köpfen abspielt und nicht in denen unserer Kunden.

Ich zeige Ihnen das mal an folgendem Beispiel:

Nehmen wir einmal an, Sie sind Tanzlehrer und möchten einen Onlinekurs bewerben, den Sie erstellt haben. Dann werden die meisten sofort anfangen, mit den vielen tausend Vorteilen zu werben, die das Tanzen mit sich bringt: Das Tanzen fördert Fitness und Kondition, die Koordination wird verbessert, Muskeln werden aufgebaut, wir werden ausgeglichener und glücklich macht es auch noch. Das ist natürlich alles richtig. Ein Text könnte dann also so aussehen: „Tanzen Sie sich mit unserem Onlinekurs zu mehr Fitness und Kondition!“

Nun kommt die Zielgruppe ins Spiel.

  1. Nehmen wir an, Sie haben die Zielgruppe der 15-25-jährigen für sich festgemacht. Womit werben Sie jetzt? Wahrscheinlich nicht mit Fitness & Kondition. Mir kommt spontan eine Zeile wie: „Lerne tanzen wie die Stars (noch besser benennen Sie einen oder zwei Stars, die gerade aktuell sind). In unserem Onlinekurs zeigen wir dir die coolsten Moves, um jede Party zu rocken.“
  1. Nehmen wir noch eine zweite Zielgruppe hinzu: Jetzt haben Sie einen Tanzkurs für 50-60-jährige (Wieder-)singles entwickelt, die sich auf der Tanzfläche unsicher und unwohl fühlen. Denen brauchen Sie mit „Tanzen wie die Stars“ nicht zu kommen. In dem Fall würde folgender Text sicher besser funktionieren: „Fühlen Sie sich auf der Tanzfläche so unsicher, dass Sie sich bei Veranstaltungen immer in die dunkelsten Ecken verziehen, damit Sie bloß nicht aufgefordert werden? Das können wir ändern! Mit unserem Internet-Kurs können Sie erst einmal ganz unbeobachtet die wichtigsten Tänze lernen. Und in nur 6 Wochen werden Sie auf der Tanzfläche glänzen wie ein Profi!“

 

Eine Produktidee, zwei Zielgruppen – zwei völlig unterschiedliche Texte. Denn hier greift ein weiteres Marketinggeheimnis: In Wirklichkeit kaufen wir keine Produkte, wir kaufen Möglichkeiten oder Problemlösungen. Je spezifischer Sie Ihre Texte an den Bedürfnissen Ihrer Zielgruppe ausrichten können, desto erfolgreicher werden Sie sein.

Stellen Sie sich also künftig nicht nur die Frage: Wer ist mein Kunde? Sondern vor allem: Was bewegt meinen Kunden? Was sind seine größten Wünsche und Träume, bzw. seine größten Ängste oder Sorgen? Die Antwort auf diese Fragen ist Ihr Textaufhänger.

All die faktischen, greifbaren Eigenschaften, die Ihr Produkt mit sich bringt (in unserem Beispiel die Kondition, die Koordination, die verbesserte Fitness usw.) sind keine Catcher! Die platzieren Sie in Ihrem Text erst an zweiter Stelle, um zu erklären, wie Sie Ihr Versprechen einlösen. Dadurch bekommt Ihr Text einen weiteren Vorteil: Sie vermitteln Ihrem Leser nicht nur das gute Gefühl, genau das zu bekommen, wonach er sucht, er profitiert zusätzlich noch von den vielen Vorteilen, die das Tanzen ohnehin mit sich bringt.

 

In aller Kürze

 

Fassen wir also für heute zusammen: Sie werden sofort bessere Texte schreiben, wenn Sie

  1. An Ihrem Mindset arbeiten:
    Vergessen Sie den Aufsatzschreiber in sich und lernen Sie, so zu schreiben, wie Sie mit Ihrem Kunden auch sprechen würden. Dadurch wird Ihnen das Schreiben sehr viel lockerer von der Hand gehen.

  2. Von schwammig und kompliziert zu einfach und klar verständlich wechseln:
    Legen Sie die Idee ad acta, dass Sie besonders clever wirken, wenn Sie komplizierte Wörter und lange Schachtelsätze bauen. Machen Sie es Ihrem Leser stattdessen leicht, Ihre Angebote zu verstehen und eine positive Entscheidung zu treffen.

  3. Sich beim Schreiben wirklich in die Köpfe Ihrer Kunden hineindenken:
    Welche Träume kann ich mit meinem Produkt oder meiner Dienstleistung erfüllen und welche Ängste kann ich nehmen? So erreichen Sie Ihre Kunden.

 

Das war Teil 1 unseres kleinen Schreibworkshops. Da zeitsprungs Schwerpunktthema in diesem Jahr das Employer Branding ist, erkläre ich Ihnen in der nächsten Woche Schritt für Schritt, wie Sie eine Karriereseite texten können, die für Ihre Bewerber wirklich interessant ist.

 

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Juliane Scheel

Juliane Scheel ist studierte Kommunikationswissenschaftlerin (M.A. Interkulturelle Kommunikation) und arbeitet als aktive Texterin und Lektorin sowohl im wirtschaftilchen als auch im akademischen Bereich. Zudem gibt sie Seminare und Schreibberatungen und ist damit zeitsprungs Fachfrau rund um die Themen Text und Kommunikation.

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