Gesundheit ist Chefsache. Chefgesundheit auch?

Kathrin Scheel

 

Gesundheit ist Chefsache – so lautete die Überschrift unseres Blogbeitrages der vergangenen Woche.

Doch wie sieht es mit Ihrer eigenen Gesundheit aus?
Als Führungskraft und Unternehmer habe ich nicht nur die Fürsorgepflicht gegenüber den Mitarbeitern, sondern vor allem auch in diesem Bereich die Aufgabe, selbst als Vorbild zu fungieren.

Dass es körperlich und mental starken Führungskräften besser gelingt, eine Atmosphäre von Stärke und Vertrauen zu schaffen, ist durch Studien belegt. Selbstwahrnehmung und eigene Führungsmotivation steigen und bilden wiederum die Voraussetzung, auch Mitarbeiter gut führen zu können. 1

Wahrscheinlich werden Sie dem obigen Absatz zustimmen – und trotzdem:

 

Wie gut gelingt es Ihnen bereits, wirklich auch im Alltag für sich zu sorgen? Wie viel Luft ist da noch nach oben?

Lassen Sie uns mit einer Analyse beginnen. Unsere heutigen Fragen haben wir dem Yogasutra entnommen. Yoga ist heute in Führungskreisen fest etabliert – und das unserer Meinung nach zu Recht.

Sinn macht es aber auch, hinter die Körperübungen zu schauen und sich mit der Philosophie des Yoga zu befassen. Auch hier finden wir viele Antworten auf unsere Fragen. Im Yogasutra von Patanjali2 werden 9 Hindernisse beschrieben, die uns davon abhalten, unser volles Potenzial zu entfalten.

Wir haben geschaut, was diese Hindernisse mit unserer heutigen Arbeitswelt zu tun haben und wie Sie mit Ihnen umgehen können.

Schauen Sie selbst – am besten schonungslos offen – wo Ihre eigentlichen Hindernisse liegen. Schnell werden Sie merken, dass die gängigen Begründungen wie „Ich habe halt keine Zeit“ oder „Mein innerer Schweinehund steht mir ständig im Weg“ dann keine Chance mehr haben.

 

Was hält Sie wirklich davon ab, gesund zu leben?

9 Hindernisse, übertragen auf den Berufsalltag und wie Sie damit umgehen können

 

Krankheit

Krankheit meint hier nicht nur das Unwohlsein aufgrund eines ärztlichen Befundes, sondern die eigene Empfindung, dass es mir nicht gut geht. "Ich kann mich zu nichts aufraffen..." An einzelnen Tagen ist das vollkommen normal, wir fühlen uns nicht jeden Tag gleich wohl.

Sollten Sie sich aber längere Zeit schlapp, müde, ausgelaugt fühlen, ist es Zeit, den eigenen Lebenswandel zu überprüfen oder auch zum Arzt zu gehen.

 

Trägheit

Schnell neigen wir dazu, unsere guten Vorsätze wieder zu vergessen – wir werden nachlässig und gleichgültig und nicht zu vergessen: Wir haben ja keine Zeit und so viel anderes zu tun!

Erinnern Sie sich an Ihre Vorhaben im Alltag! Erinnerungshilfen – zum Beispiel ein Zettel am Spiegel mit der Aufschrift „Sport“  oder „Gesund essen“ am Kühlschrank können hier hilfreich sein.

 

Zweifel

Manchmal plagen uns Zweifel – es gibt mehrere Möglichkeiten: "Soll ich jetzt wirklich ins Fitness-Studio gehen oder lieber einen vergnüglichen Fernsehabend mit einem Glas Wein verbringen?" Verdient habe ich letzteres auch. Wenn ich mich klar entscheiden kann und mich mit der Entscheidung wohl fühle, ist daran nichts auszusetzen. Dann kann ich nämlich den Abend tatsächlich genießen. Wenn Sie wissen, dass Sie sich für den Fernsehabend entscheiden, Sie diesen dann aber mit schlechtem Gewissen verbringen, sollten Sie lieber gleich ins Fitness-Studio gehen.

Treffen Sie klare Entscheidungen vor dem Hintergrund, wie sich am Ende des Tages mit dieser Entscheidung fühlen werden.

 

Hast

Die Hast ist ein nahezu ständiger Begleiter in unserem Alltag. Oft sind wir in einem blinden Aktionismus unterwegs – Hauptsache schnell!  Das wirkt sich nicht nur auf die Qualität unserer Arbeit aus, sondern belastet uns auch und verursacht Stress.

Widmen Sie Ihren Tätigkeiten die Aufmerksamkeit und Achtsamkeit, die sie verdienen. Fangen Sie in kleinen Schritten an und konzentrieren Sie sich ein paar Minuten lang nur auf das, was Sie gerade tun. Alle anderen Gedanken lassen Sie außen vor. Sie können dies auf Ihre Tätigkeiten bei der Arbeit oder auch in der Freizeit beziehen.

 

Faulheit

Als Faulheit wird im Yogasutra bezeichnet, wenn uns die Wichtigkeit einer Handlung zwar bewusst ist, wir sie aber auf später verschieben, nach dem Motto: „Ab morgen wird alles anders! Morgen fange ich an, wirklich!“

Starten Sie jetzt! Sofort! Unterbrechen Sie gerne auch das Lesen und tun Sie etwas für Ihre Gesundheit – es kann eine kleine Atemübung sein! Aber verschieben Sie das Sich-Kümmern um die eigene Gesundheit nicht mehr auf morgen!

 

Abgelenktheit

Abgelenktheit meint, in alle Richtungen gleichzeitig zu denken und auch zu handeln. Was wir brauchen, ist die Verbindung zwischen Willenskraft und Gelassenheit sowie die Konzentration auf eine Sache. Eine Achtsamkeitsübung wie unter Punkt 4 beschrieben, kann auch hier hilfreich sein.

Sorgen Sie auch im Außen für Ruhe. Führen Sie in Ihren Arbeitsalltag zum Beispiel eine „stille Stunde“ ein. Stellen Sie Ihr Telefon um und kommunizieren gegenüber Ihren Kollegen und Geschäftspartnern, dass Sie für eine Stunde ungestört arbeiten möchten. Sie werden überrascht sein, wie Ihre Konzentration steigt.

 

Fehleinschätzung

Bei der Fehleinschätzung geht es um die unreale Vorstellung, dass jemand kommt und unsere Probleme lösen wird beziehungsweise dass äußere Umstände sich in unserem Sinne ändern werden. Wenn dies geschehen ist, kann ich auch gesünder leben. Dieses Denken ist menschlich nur allzu verständlich. Das Problem ist, dass sich unsere Wünsche ohne unser Zutun nur selten erfüllen.

Nehmen Sie also die Dinge selbst in die Hand – nur Sie können etwas ändern. Stellen Sie sich die Frage: „Was kann mein eigener Beitrag sein, die Bedingungen so zu gestalten, dass sie meiner Gesundheit dienlich sind?“ Notieren Sie hierzu Ihre Ideen und setzen Sie diese nach und nach um.

 

Fehlende Zielstrebigkeit

Wenn wir von fehlender Zielstrebigkeit sprechen heißt das, dass wir uns mit voller Willenskraft eine Weile für ein Ziel – zum Beispiel das rundum gesunde Leben – einsetzen, dann aber das Vertrauen verlieren und aufgeben.

Oft stecken wir unsere Ziele zu hoch. Wir wollen nur noch gesund leben: mindestens x-mal pro Woche Sport treiben, uns ausschließlich gesund ernähren und regelmäßig Entspannungsübungen machen.

Überprüfen Sie, wie realistisch es ist, Ihr Ziel unter den gegebenen Umständen dauerhaft umzusetzen. Lassen Sie Ausnahmen (z.B. auch mal das Glas Wein am Abend oder einen Faulenzertag) zu. Beachten Sie immer, dass sich große Veränderungen durch viele kleine Schritte realisieren und gehen Sie diese mit einer großen Beständigkeit.

 

Unbeständigkeit

Unbeständigkeit zeigt sich darin, dass Sie Ihre Vorhaben nur kurzfristig und/oder schwankend umsetzen.

Seien Sie hier behutsam und nachsichtig mit sich selbst. Motivation ist immer das Ergebnis ansprechender Ziele. Wenn Sie das Ziel zu hoch ansetzen, verlieren Sie schnell die Lust, weil Sie es nicht erreichen. Setzen Sie es zu niedrig an, wird es uninteressant. Die Motivation sinkt ebenfalls. Nehmen Sie sich die Zeit, ein adäquates Ziel zu finden und stellen Sie sich darauf ein, dass es manchmal Zeit braucht, ein gesundes Leben dauerhaft zu etablieren.

 

Wie sieht Ihre Lösung aus?

 

Hier können Sie in 3 Schritten vorgehen:

  1. Identifizieren Sie Ihre Haupthindernisse aus den obigen Ausführungen
  2. Überlegen Sie sich 3 Schritte für die nächsten 3 Tage, die Sie in Bezug auf Ihre Gesundheit konkret umsetzen werden
  3. Überlegen Sie, wie Sie sicherstellen können, dass Sie Ihren Plan tatsächlich umsetzen

 

zeitsprung wünscht Ihnen dafür Gesundheit, Tatkraft, Gewissheit, Ruhe, Fleiß, Konzentration, die richtige Einschätzung, Zielstrebigkeit und Beständigkeit!

Wenn Sie nun direkt loslegen wollen, können Sie sich auf www.laufschuhe24.com ein kostenfreies E-Book herunterladen, das Ihnen dabei helfen wird, das passende Schuhwerk zu finden. 

Machen Sie den entscheidenden Sprung!
Ihre Kathrin Scheel

 

Weitere Blogbeiträge zum Thema Gesundheit:

 

1Selbstmanagement – ressourcenorientiert. Grundlagen und Trainingsmanual für die Arbeit mit dem Zürcher Ressourcen Modell (ZRM), Huber, 2009 2Patanjali, Das Yogasutra, Theseus 2006
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Kathrin Scheel

Kathrin Scheel ist Management Executive Coach (ECA), Lehrcoach und Lehrtrainerin (ECA) sowie Trainerin für Führung & Entwicklung. Und sie ist Mitgründerin von zeitsprung. Ihr sind die Einbindung von Führungskräften und Mitarbeitern im Unternehmen sowie deren Entwicklung sehr wichtig.

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