Gesundheit ist auch Unternehmenssache!

Caroline Trautvetter

Das Gesundheitsbewusstsein in unserer Gesellschaft steigt. Es liegt im Trend, sich gesund zu ernähren und Sport zu treiben. Das schlägt sich nicht nur in den unzähligen Yoga-Angeboten und Bioprodukten nieder. Die Daten der 2014 veröffentlichten GEDA-Studie des Robert Koch-Instituts zeigen, dass mehr Menschen sportlich aktiv sind als noch 2003. Auch die Zahl der Raucher sinkt. Menschen beschäftigen sich immer mehr mit ihrer Gesundheit.

 

Warum sollten sich auch Arbeitgeber damit beschäftigen?

Allein der Umstand, dass wir einen großen Teil unserer Zeit am Arbeitsplatz verbringen, lässt erkennen, dass unser Job Einfluss auf unsere Gesundheit hat. Stress ist ein Risikofaktor für viele verschiedene Krankheiten und entsteht häufig am Arbeitsplatz. Wollen Mitarbeiter also ihre Gesundheit verbessern, müssen sie auch auf der Arbeit Veränderungen angehen. Es gibt weiterhin viele Gründe, warum es sich für Unternehmen lohnt, auf Gesundheit zu setzen.

 

  1. Life-Balance der Mitarbeiter/Zufriedenheit

Zufriedene Mitarbeiter bringen bessere Leistung, stärken das Arbeitsklima und engagieren sich. Das körperliche Wohlbefinden ist dafür eine Grundlage.

 

  1. Krankheitsausfälle verringern

Krankheitsausfälle bringen Abläufe im Unternehmen schnell durcheinander und verursachen hohe Kosten. Viele Risiken für Erkrankungen können schon am Arbeitsplatz verringert und somit die Krankheitsrate gesenkt werden. Auch psychische Erkrankungen am Arbeitsplatz werden immer häufiger. Mittlerweile sind laut dem Bundesministerium für Gesundheit rund 10% der Fehltage durch psychische Erkrankungen bedingt, und das sowohl bei älteren als auch jüngeren Arbeitnehmern.  Hier sind Unternehmen gefragt, präventive Maßnahmen zu treffen.

 

  1. Fachkräftemangel entgegenwirken

Unsere Gesellschaft wird immer älter und somit auch die Fachkräfte in den Betrieben - ohne sie wird der Engpass kaum zu überwinden sein. Ein Grund mehr, sich um Gesundheitsförderung zu kümmern und um die Minimierung der Gesundheitsrisiken, die durch die langjährige Ausübung einer Tätigkeit entstehen.  

 

  1. Wettbewerbsfähigkeit

Immer mehr Betriebe widmen sich diesem Thema und wollen ihre Mitarbeiter in einer gesünderen Lebensweise unterstützen. Um im Kampf um die Fachkräfte mitzuhalten, müssen auch Sie handeln.

 

Wo entstehen Gesundheitsrisiken am Arbeitsplatz?

Je nach Branche sind natürlich auch die gesundheitlichen Risiken unterschiedlich verteilt. Beginnen Sie also damit, spezifisch für Ihre Mitarbeiter zu ergründen, welchen Risiken sie ausgesetzt sind. Achten Sie dabei auf die verschiedenen Beschäftigtengruppen innerhalb Ihres Unternehmens. Wo liegen die Risiken in Ihrem Unternehmen?

  1. psychische Arbeitsfaktoren (Stress, Leistungsdruck, Multitasking/Ablenkung…)
  2. physische Arbeitsfaktoren (langes Sitzen, körperliche Anstrengungen, schlechte Ernährung…)
  3. Umgebungsfaktoren (schlechte Beleuchtung, Lärm, schlechte Ausstattung…)

 

Sprechen Sie individuell mit Ihren Mitarbeitern über die persönlich wahrgenommenen Gesundheitsrisiken und Stressquellen. Beobachten Sie außerdem die Krankheitsraten. Gibt es Auffälligkeiten? Sind bestimmte Gruppen häufiger krank als andere? Was sind die Gründe/Zusammenhänge?

 

Was können Unternehmen für die Gesundheit Ihrer Mitarbeiter tun?

  1. psychische Belastung verringern

Psychische Belastung hat verschiedene Quellen, sei es Konkurrenzkampf, zu hohes Arbeitspensum oder eine zu anspruchsvolle Aufgabe, bei der einem das Fachwissen fehlt. In jedem Fall ist es Aufgabe des Arbeitgebers diese Quellen individuell herauszuarbeiten. Maßnahmen zur Stressreduktion sind zum Beispiel:

  • Arbeitszeiten flexibel gestalten lassen
  • Sicherstellen von Aufgaben-Fähigkeitspassung (Hat der Mitarbeiter die nötigen Fähigkeiten für bestimmte Aufgaben? Werden Schulungen/Weiterbildungen benötigt?)
  • Eingehen auf private Umstände z.B. Kinderbetreuung, Krankheit von Angehörigen, Trennungen (Gespräch suchen, Entlastung schaffen)

 

  1. physische Risiken verringern, sportliche Betätigung fördern

Es gibt vielerlei Möglichkeiten, Mitarbeiter zum Sport zu motivieren bzw. ihnen zumindest die Zeit zu gewähren, um sich sportlich zu betätigen. Beispiele sind:

  • Teamsportevents (z.B. Teilnahme an einem Firmenlauf oder betriebsinternes Fußballturnier etc.), so wird außerdem der Teamgeist gestärkt
  • längere Mittagspause für Teilnahme an einem Sportkurs ermöglichen
  • Zuschüsse zu Fitnessstudio- oder Vereinsmitgliedschaften
  • Gesunde Verpflegung am Arbeitsplatz bereit stellen (Obstkorb, Smoothies…)

 

  1. für die richtige Ausstattung sorgen

Oft fangen gesundheitliche Probleme schon bei veralteter Ausstattung an. Dabei ist gerade bei Berufen, bei denen man viel Zeit am Schreibtisch verbringt, das enorm wichtig.  Kontrollieren Sie die Arbeitsumgebung in Ihrem Unternehmen. Achten Sie dabei zum Beispiel auf:

  • ergonomische, verstellbare Schreibtischmöbel
  • geringen Lärmpegel
  • ausreichende Beleuchtung
  • angenehme Temperatur

Welche Risiken lauern in Ihrem Unternehmen? Finden Sie es heraus und machen Sie Ihren Betrieb zu einem gesunden Arbeitsplatz.

 

Quellen: Robert Koch-Institut (2014). Daten und Fakten: Ergebnisse der Studie „Gesundheit in Deutschland aktuell 2012“. Berlin.  Herbig, B., Glaser, J.  (2015). Create Health! Arbeit kreativ, gesund und erfolgreich gestalten. Hrsg.: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin, 2. überarb. Aufl.
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Caroline Trautvetter

Psychologin Caroline Trautvetter

Als Psychologiestudentin der FU Berlin und Mitglied im Team von zeitsprung beschäftigt sich Caroline Trautvetter mit der Verbindung von moderner Forschung und praktischem Business-Alltag.

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