Employer Branding & Karriere mit Sinn

Kathrin Scheel

Spätestens seit der Fachkräftemangel in aller Munde ist, beschäftigen sich Unternehmen mit Employer Branding. Alle geben sich Mühe, auf sich aufmerksam zu machen. Alle?

Nein, es gibt eine Gruppe von Arbeitgebern, die wenig aktiv Employer Branding betreibt und trotzdem von Bewerbungen „überflutet“ wird. Stiftungen, NGOs und Sozialunternehmen sind die neuen Stars. Mit dem Wertewandel der Generationen Y und Z werden auch andere Arbeitgeber attraktiv.

Was macht diese Organisationen für Bewerber attraktiv? Und was können klassische Unternehmen daraus lernen? Damit beschäftigt sich dieser Artikel und unsere gemeinsame Abendveranstaltung am 14.11.2018.

Unsere Co-Autorin Dr. Tina Röbel ist Expertin für das Thema Karriere mit Sinn. Sie coacht Frauen und Männer zwischen 20 und 50, die mehr Sinn im Arbeitsalltag erleben wollen. Was sie dabei festgestellt hat, teilt sie hier: Sinn ist zwar hochindividuell, aber es gibt einige Gemeinsamkeiten.

 

  • Selbstverwirklichung: Gutes Gehalt, faire Arbeitszeiten, …
  • Identifikation: Das große Ganze, …
  • Kultur: Kommunikation (Soulbottles Bsp.)
  • Ordnung/Gerechtigkeit: Transparenz

 

Ganz neu sind viele dieser Themen nicht. Das ist für Unternehmen ein Vorteil. Nicht immer müssen Sachen neu erfunden werden. Es reicht, die Stärken, die man schon zu bieten hat, deutlicher zu machen. Aber Vorsicht: Reines Greenwashing reicht den Bewerbern nicht.

Kathrin Scheel hat sich mit dem zeitsprung-Team ausführlich mit dem Thema Employer Branding gefasst und die wichtigsten Ergebnisse in einem eBook (Link zur Landingpage) zusammengefasst. Das Thema Sinn spielt auch hier eine außerordentliche Rolle. 

„Karriere trifft Sinn“ heißt eine Studie aus dem Jahr 2013, für die 3.600 Studenten zu ihren Werten und ihrer Einstellung zur Arbeit befragt wurden. Zeitsprung hat diese Studie im Employer Branding-eBook ausgewertet.

Hier folgen die Kerngedanken,  in denen die Frage nach dem Sinn der jungen Generationen deutlich wird. An der Spitze steht:

  • Das Unternehmen soll sich ethisch korrekt verhalten und alle Menschen gleichberechtigt behandeln. Das sagten 85% der Befragten.

Es folgen weitere Statements, die den Studierenden neben einem guten Gehalt und flexiblen Arbeitszeiten besonders wichtig waren:

  • Der Arbeitgeber muss die eigenen Werte vertreten (79%)
  • Ich wünsche mir, der Gesellschaft einen Mehrwert zu geben (78%)
  • Das Unternehmen soll Gleichberechtigung und Diversität fördern (67%)
  • Das Unternehmen soll Einsatz für den Umweltschutz zeigen (57%).[1]

Inwieweit werden Sie und Ihr Unternehmen diesen Forderungen der Generationen X und Y bereits gerecht oder was können Sie in Zukunft tun, um qualifizierte junge Menschen für Ihr Unternehmen zu begeistern?

Wir haben ein paar Tipps für Sie zusammengestellt, die Ihnen sicher weiterhelfen!

 

So bleiben Sie am Ball

 

Verfolgen Sie aktuelle Studienergebnisse und Trends. So können Sie  die sich wandelnden Wünsche der Bewerber im Blick behalten und sich entsprechend darauf einstellen.

Noch wirkungsvoller als die Auswertung von Studien ist allerdings der direkte Kontakt zu Ihrer Bewerber-Zielgruppe. Nur so bekommen Sie eine klare Vorstellung davon, was Ihre jetzigen und zukünftigen Mitarbeiter wirklich wollen.

 

Wie kommen Sie mit Ihrer Zielgruppe in Kontakt? Hier unsere Empfehlungen, die Sie problemlos in Ihren Alltag integrieren können:

 

  • Befragen Sie erst kürzlich eingestellte Mitarbeiter nach ihren Vorstellungen und den Gründen für deren Entscheidung, bei Ihnen tätig zu sein. Sammeln Sie diese Argumente und nutzen Sie diese für die weitere Entwicklung Ihres Employer Brandings.
  • Explorieren Sie in Bewerbungsgesprächen die genauen Wünsche und Ansprüche der Bewerber.
  • Besuchen Sie Hochschulkongresse, Universitäten und relevante Ausbildungsstätten und befragen Sie dort Absolventen.
  • Informieren Sie sich über Ihre Zielgruppe, indem Sie soziale Plattformen wie Xing, Facebook oder Kununu analysieren. Dort finden Sie Meinungen und Bewertungen über Arbeitgeber jeder Branche.
  • Führen Sie selbst Online-Umfragen auf Ihren Kommunikationskanälen durch.
  • Investieren Sie Zeit, zu Ihrer Zielgruppe zu recherchieren und zum Beispiel schon durchgeführte Marktforschungsstudien zu lesen.
  • Organisieren Sie außergewöhnliche Events für InteressentInnen, wie z.B. Alba Berlin. Von Anderen zu lernen wird Sie immer ein gutes Stück weiterbringen. Hier ein Beispiel:

 

Karrieresprung bei Alba Berlin

 

Als Unternehmen der Entsorgungsbranche ist die ALBA Group Berlin sehr engagiert, Kontakt zu jungen, potenziellen Mitarbeitern auf- zubauen. Ein Paradebeispiel dafür war das Event „KarriereSprung!“ 2015. Dazu hat das Unternehmen Studenten, Azubis und Schüler zu einem Basketballspiel der von ihnen gesponserten Mannschaft ALBA Berlin eingeladen. Vor dem Match konnten sich die Teilnehmer über das Unternehmen und mögliche Karrierechancen informieren. Infostände um das Stadion herum boten vielseitige Möglichkeiten für den Austausch zwischen Mitarbeitern und Interessenten. Solch ein Event macht Spaß, bleibt im Kopf und trägt in jedem Fall dazu bei, das eigene Unternehmen gut zu positionieren.[1]

Wie könnte Ihr Event aussehen? Schreiben Sie uns Ihre Ideen dazu!

 

Nehmen Sie sich einen Moment Zeit und überlegen Sie:

Fangen Sie hier bei sich selbst an:

  • Was bedeutet es für Sie persönlich, einer Arbeit voller Sinn nachzugehen?
  • Wie müsste eine solche Tätigkeit aussehen?
  • Im nächsten Schritt können Sie dann Ihre Mitarbeiter dazu befragen.

Machen Sie sich auf den Weg und stiften Sie gemeinsam mit Ihren Mitarbeitern Sinn!

Wir wünschen Ihnen viel Spaß dabei und freuen uns, dieses Thema gemeinsam mit uns am 14.11.2018 zu diskutieren!

 

Ihre Tina Röbel und Kathrin Scheel

 

[1] Embrace Studie aus: Hesse, G. & Mattmüller, R. (2015). Perspektivwechsel im Employer Branding. Neue Ansätze für Generationen Y und Z. Springer-Gabler, Wiesbaden, S. 58-69.

[2] Homepage Alba Berlin, Abruf  Sept. 2017

 

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Kathrin Scheel

Kathrin Scheel ist Management Executive Coach (ECA), Lehrcoach und Lehrtrainerin (ECA) sowie Trainerin für Führung & Entwicklung. Und sie ist Mitgründerin von zeitsprung. Ihr sind die Einbindung von Führungskräften und Mitarbeitern im Unternehmen sowie deren Entwicklung sehr wichtig.

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