„Digital Employer Branding“ – wie Facebook, Twitter und Co. Bewerber beeinflussen

Mitarbeiterentwicklung Caroline Trautvetter

Einer Onlinestudie der ARD/ZDF-Medienkommission zufolge besitzen 80 %  der Personen ab 14 Jahren in Deutschland heutzutage einen Internetzugang. Die Relevanz von sozialen Netzwerken steigt in allen Bereichen, sei es Politik, Bildung oder Marketing. Wie wichtig es ist, sich bereits während der Ausbildungszeit bei potenziellen Bewerbern als Arbeitgeber zu positionieren, haben wir bereits in vorangegangenen Blogbeiträgen beschrieben. Es liegt also auf der Hand, dass auch im Personalmarketing die neuen Kommunikationsmedien eine bedeutende Rolle spielen. Folgende Abbildung zeigt, dass soziale Netzwerke häufig als Informationsquelle bei der Jobsuche genutzt werden.

Quelle: Behrendt, M. (S. 422)

Warum Social Media?

Der entscheidende Vorteil der zusätzlichen Präsenz in sozialen Netzwerken, gegenüber einer normalen Website, besteht in der Interaktion. Wir nehmen nicht nur Informationen auf, sondern werden ein Teil davon. Wir können öffentlich diskutieren und allen unsere Meinung mitteilen. Jeder Einzelne wird somit zum Markenträger.  Außerdem lernt der potenzielle Bewerber das Unternehmen von einer anderen, persönlicheren Seite kennen. Durch Kommentare von Mitarbeitern oder der Führungsetage fühlt man sich direkt angesprochen und kann sich somit besser mit dem Arbeitgeber identifizieren.  Durch die gezielte Einsetzung von medialen Mitteln, wie Videos oder Musik, können Inhalte emotionaler vermittelt und Sympathie hervorgerufen werden. 

Neben der Interaktion ist auch das Monitoring, das Beobachten und Einholen von Meinungen und Informationen, ein wichtiger Bestandteil. Denn um wichtige Entscheidungen zu treffen, haben wir das Verlangen möglichst viele Informationen einzubeziehen und nutzen deshalb alle uns zugänglichen Informationsmöglichkeiten.

Aufgepasst!

Soziale Netzwerke bergen einige Risiken denen es vorzubeugen gilt. So zum Beispiel die fehlende Transparenz. Jeder kann Kommentare und Bewertungen schreiben. Oft wird das zur Manipulation genutzt. Fällt diese einmal auf, so kann das Image stark beschädigt werden. Es ist also notwendig ständig die Echtheit der veröffentlichten Inhalte zu kontrollieren.

Hinter jedem Social Media Auftritt eines Unternehmens sollte eine einheitliche Strategie stehen. Die Struktur sollte klar erkennbar sein und ein insgesamt stimmiges Bild mit der Unternehmensphilosophie ergeben. Nur so kann eine klare Botschaft vermittelt werden. Dabei ist auch die Komponente der Wiedererkennung wichtig. Man sollte sicher stellen, dass immer gleiche Designs und Strukturen verwendet werden, damit alle Beiträge eindeutig zugeordnet werden können. Vor allem sollte eine ständige Aktualisierung stattfinden und schnelle Reaktionen auf Anfragen und Kommentare erfolgen.

Quellen und weiterführende Hinweise

  • ARD/ZDF Onlinestudie 2015, unter: http://www.ard-zdf-onlinestudie.de/ (abgerufen am 03.12.2015)
  • Behrendt, M.: Das Potenzial einer starken Arbeitgebermarke – Employer Branding als ein Hauptziel der Social-Media- Mitarbeiterkommunikation. In:Marke und digitale Medien, Dänzler, S., Heun T. (Hrsg.). 2014. Springer-Verlag: Wiesbaden.
  • Kahabka, G., Phillipp, M.: Aufbau von Arbeitgebermarken durch Employer Branding – Eine aktuelle Bewertung der Aktivitäten im Social Web.

 

Bildnachweis Titelfoto: Rawpixel.com/shutterstock.com

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Caroline Trautvetter

Psychologin Caroline Trautvetter

Als Psychologiestudentin der FU Berlin und Mitglied im Team von zeitsprung beschäftigt sich Caroline Trautvetter mit der Verbindung von moderner Forschung und praktischem Business-Alltag.

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