Die vier Effectuation-Prinzipien

Strategie & Innovation Kathrin Scheel

Effectuation heißt: Der Zufall ist dein Partner.

Während wir am 11.01.2016 das smart-Modell und das 6-Punkte-Programm zur Zielerreichung vorgestellt hatten, ging es in der vergangenen Woche um den Effectuation-Ansatz.

1. Prinzip der Effectuation: Mittelorientierung statt Zielorientierung

Auf das erste Prinzip waren wir bereits in der vergangenen Woche eingegangen. Hier noch einmal zur Wiederholung: Während wir beim 6-Punkte-Programm oder beim smart-Modell Ziele festlegen, um dann Mittel und Wege zu finden, diese Ziele bestmöglich zu erreichen, beginnen wir beim Effectuation-Ansatz bei den vorhandenen Mitteln:

  • Wer bin ich?
  • Was weiß ich?
  • Wen kenne ich?

Fazit für den Effectuation-Ansatz: Aus den Antworten schlussfolgern wir auf unser Handeln.

2. Prinzip der Effectuaion: Leistbarer Verlust statt erwarteter Ertrag

Kausale Logik orientiert sich am erwarteten Ertrag. Man wählt Ziele aus, die den besten Ertrag versprechen. Effectuation orientiert sich hingegen am leistbaren Einsatz oder Verlust. Da sich in einer ungewissen Zukunft keine Erträge vorhersagen lassen, sollte man nur das aufs Spiel setzen, was man zu verlieren bereit ist. Hilfreich ist die folgende Frage, die wir Ihnen hier stellen möchten:

  • Zu welcher Investition an Energie, Zeit und Geld bin ich bereit, auch auf die Gefahr hin, dass mein Projekt scheitert?

Nehmen Sie sich wieder ein paar Minuten Zeit und machen Sie zur Beantwortung der Frage Stichpunkte.

3. Prinzip der Effectuation: Umstände und Zufälle nutzen statt vermeiden

Nach kausaler Logik gilt es, den Zufall auszuschließen, denn Überraschungen gefährden die Zielerreichung. Effectuation sieht den Zufall als Partner: Es gilt, Überraschungen in Chancen zu verwandeln und Nutzen aus dem Ungeplanten zu ziehen.

  • Welche Zufälle haben sich in den letzten Wochen oder Monaten im Hinblick auf Ihre Vorhaben ergeben?

  • Wie können Sie diese sinnvoll nutzen um weiter voranzukommen?

4. und wichtigstes Prinzip der Effectuaiton: Partnerschaften statt Konkurrenz

Kausale Logik unterscheidet zwischen „den richtigen Partnern“ und grenzt sich gegen potenzielle Konkurrenz ab. Effectuation bedeutet, Partnerschaften mit denen einzugehen, die sich selbst selektieren und früh an einem noch unsicheren Vorhaben beteiligen.[1]

  • Wen kenne ich? Diese Frage haben Sie bereits unter Punkt 1 beantwortet. Hier lohnt es sich aber, auch noch einmal

    • zurückzublicken, welche Kontakte ich früher einmal hatte, die für mein Projekt hilfreich sein könnten und

    • mit offenen Augen durch die Welt zu gehen und Menschen und Möglichkeiten wahrzunehmen, mit denen ich möglicherweise kooperieren könnte.

Im Folgenden finden Sie den typischen Effectuation-Prozess nach Sarasvathy noch einmal zusammengefasst:

Quelle: Effectuation-Buch von Faschingbauer

Wie immer wünschen wir viel Spaß beim Experimentieren und Erfolg bei der Erreichung Ihrer Ziele und stehen für Fragen sehr gerne zur Verfügung!

Ihr zeitsprung-Team

 

 

Bildnachweis Titelfoto: Duncan Andison/Shutterstock.com

[1] www.effectuation.at

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Kathrin Scheel

Kathrin Scheel ist Management Executive Coach (ECA), Lehrcoach und Lehrtrainerin (ECA) sowie Trainerin für Führung & Entwicklung. Und sie ist Mitgründerin von zeitsprung. Ihr sind die Einbindung von Führungskräften und Mitarbeitern im Unternehmen sowie deren Entwicklung sehr wichtig.

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