Kommunikation – vom großen Unternehmen zur Start Up-Organisation

Führung & Unternehmenskultur 1 Comments Dominic Böhmer

startup - (c) shutterstock

Neulich las ich unterwegs einen Artikel, in dem es um Kommunikation ging. Beim Querlesen blieb ich an einer Stelle hängen: Geeignete Kommunikation von Führungskräften in großen Unternehmen kann dafür sorgen, dass die Organisation Start Up-Flexibilität entwickelt. Da war es mit dem Querlesen vorbei. Wie soll das denn funktionieren?

Hierarchie und Anweisungen sind out – Kommunikation auf Augenhöhe ist gefragt

Kernaussage der beiden Artikelautoren, darunter einem Harvard-Professor:

Führungskräfte steigen von ihrem hierarchischen Hochsitz herunter und kommunizieren mit den Mitarbeitern auf Augenhöhe

So initiieren sie neue Verhaltensweisen und fördern die Weiterentwicklung der Unternehmenskultur dergestalt, dass Mitarbeiter vom passiven Befehlsempfänger zum aktiven Teil der Organisation werden und so deutlich eigenverantwortlicher und dynamischer handeln.

Wodurch zeichnet sich moderne Führungskommunikation aus?

Vier Elemente sollen die moderne Führungskommunikation auf Augenhöhe ausmachen:

  • Vertrautheit
  • Interaktivität
  • Einbeziehung und
  • Zielsetzung.

Vertrautheit

Viele „Bausteine“ gehören dazu, Vertrautheit zu schaffen. Beispielsweise Distanz abbauen – neben der Distanz im Verhalten der Führungskraft auch die räumliche Distanz. Weitere „Bausteine“ sind: sich das Vertrauen der Mitarbeiter erarbeiten, gut zuhören und auch mal Persönliches preisgeben.

Interaktivität

Es geht darum, ein Gespräch offen zu gestalten. Grundhaltung: Nicht nur der Mitarbeiter ist Empfänger von Informationen und Botschaften, sondern auch die Führungskraft. Auch sie lernt und gewinnt neue Erkenntnisse aus dem Gespräch. Die allwissende Führungskraft ist out.

Einbeziehung

Das Bild des Mitarbeiters wandelt sich: Vom passiven Zahnrad hin zum aktiven Mitglied der Unternehmens-Community, das eigenverantwortlich zum Erfolg und zur Fortentwicklung des Ganzen beiträgt. Diesen Beitrag gilt es als Führungskraft zu fördern.

Zielsetzung

Damit Führungskommunikation nicht zur „Plauderstunde“ wird, braucht es Zielsetzung. Sie leitet sich aus der Unternehmensstrategie ab. Führungskräfte werden so im Austausch mit den Mitarbeitern zum Transmissionsriemen zwischen Unternehmensstrategie und Tagesgeschäft.

Was hat das Ganze jetzt mit Start-Up-Mentalität zu tun?

Ganz einfach: Wer es schafft, seine Mitarbeiter in das Unternehmensgeschehen einzubeziehen und sie als aktives Element in die Umsetzung und Weiterentwicklung der Unternehmensziele zu integrieren, schärft unternehmerisches Denken und Handeln auf allen Ebenen des Unternehmens. Und er sensibilisiert die Mitarbeiter, im Sinne des Unternehmens auf interne und externe Impulse eigenverantwortlich zu reagieren.

Damit gewinnen diese Unternehmen gleich doppelt wertvolle Zeit

Erkenntnisse aus dem Tagesgeschäft müssen zum einen nicht erst langsam die Hierarchietreppe hinauf ihren Weg zur Geschäftsleitung finden. Zum anderen müssen Handlungsanweisungen der Geschäftsleitung nicht erst wieder über die Führungskaskade zurück ins Tagesgeschäft gesendet werden.

Ich finde: Die Studie macht Hoffnung – sie zeigt einmal mehr, dass Führungskräfte in großen Organisationen mit ihrer Kommunikation etwas bewegen können. Durch ihr Kommunikationsverhalten können sie ihre Teams oder Bereiche in kleine, autonome Schnellboote verwandeln. Welchen Impuls nehmen Sie aus dieser Studie mit?

Quellen und weiterführende Hinweise:

  • Groysberg, B., Slind, M.; Führung ist Konversation; in: Harvard Business Manager 07/2012, S. 46 ff.

 

Bildnachweis Titelfoto: wavebreakmedia/Shutterstock.com

Keinen Blogbeitrag mehr verpassen

Dominic Böhmer

Dominic Böhmer

Dominic Böhmer ist Managementberater und Business Coach. Gemeinsam mit Kathrin Scheel hat er zeitsprung gegründet … für Unternehmen, die nachhaltige Veränderungen wollen und neben funktionierenden Prozessen & Strukturen auch Impulse für Führung & Zusammenarbeit suchen.

Zurück

Kommentare

Kathrin Scheel
Kathrin Scheel

ich stimme dem Beitrag voll zu!
Und hier noch ein Tipp zum Thema Einbeziehung durch Kommunikation:
Hilfreich sind hier lösungsorientierte offene Fragen, wie zum Beispiel:

- Was können wir tun, um Ziel x,y zu erreichen?
- Was sind gute erste Schritte, die wir in Angriff nehmen sollten?
- Was sind lohnenswerte Teilziele?

....und um Bedenken, Sorgen und Ängste aufzugreifen, sind folgende Fragen hilfreich:
- Woran müssen wir denken?
- Wen können wir um Unterstützung bitten?
- Was müssen wir im Blick behalten?
- Was alles muss berücksichtigt werden?

Ich wünsche viel Spaß beim Praxistest!!!!
Kathrin Scheel