Aus welchem Land stammt das Croissant? Neugier in der Mitarbeiterführung

Personal Juliane Scheel

Zeitmanagement - Zeitdiebe erkennen. Employer Branding

 

Ein frisches Croissant und ein duftender Café au lait – klingt nach dem perfekten Frühstückstisch auf einer kleinen Sommerterrasse in der Provence. Mit Blick auf lila-duftende Lavendelfelder. Oder? Stimmt – und stimmt nicht. Denn auch wenn Frankreich und Croissant für uns heute zusammengehören, stammt das Gebäck ursprünglich NICHT aus Frankreich, sondern aus Wien. Dort wurde es 1683 nach dem Sieg über die Türken kreiert; die Form soll an den islamischen Halbmond erinnern.

Warum ich Ihnen das heute erzähle? Nun, zugegeben: Das war ein kleiner Trick. Ich wollte Ihre Neugierde wecken und da Sie bis hier gelesen haben, hat das offensichtlich auch funktioniert. Das ist auch nicht verwunderlich, denn in jedem von uns steckt eine große Portion Neugier. Von Geburt an (und vielleicht sogar schon davor), ist unsere Neugier DIE Triebfeder für Wachstum und Entwicklung – zeitlebens. 

Wenn Sie diesen Blogartikel gelesen haben, verstehen Sie, warum Hollywood am Ende nichts anderes tut als Ihre Neugierde zu wecken – und so dafür sorgt, dass Sie auch die romantische Schnulze bis zum Ende gucken. Und natürlich zeige ich Ihnen, wie auch Sie diese Strategien für Ihre Unternehmenskultur, die im Employer Branding so wichtig ist, nutzen können.

 

Das Prinzip Neugier – Sprungfeder in der Mitarbeiterführung

 

Es gibt verschiedene Wege, um Neugier zu provozieren:

  1. Sie sehen etwas und möchten wissen, wie es funktioniert.
  2. Etwas, das Sie zu wissen glaubten oder was eine gängige Meinung ist, wird in Frage gestellt – wie in unserem Frankreich-Croissant-Beispiel. Und dann wollen Sie wissen, ob Sie nun recht hatten oder nicht.
  3. Oder der Hollywood-Weg. Der Grundgedanke ist sehr einfach: Sie wissen gleich zu Anfang das Ergebnis.

Ihre Neugier wird also nicht (wie oft angenommen) durch ein Ihnen unbekanntes Ende geweckt; vielmehr werden Sie neugierig gemacht, wie der Weg zum Ziel aussieht. Ich gebe Ihnen ein Beispiel, für das wir noch kurz in Hollywood bleiben: Nehmen wir einmal an, Sie gucken einen Film, der Einfachheit halber gehen wir mal von einer klassischen Romantic Comedy aus. Wenn Sie das nächste Mal eine sehen, dann werden Sie vielleicht an mich denken, denn das folgende Muster zieht sich durch so gut wie alle Filme dieser Art. Folgendes passiert: Zu Beginn des Streifens werden Ihnen die Protagonisten – die in der Regel so gezeichnet sind, dass sie unterschiedlicher nicht sein könnten – vorgestellt. Anschließend treffen die beiden aufeinander (für diesen Moment gibt es auch einen Fachausdruck, das ist der Inciting Incident) und spätestens jetzt wissen Sie, wo die Reise hingeht: In unserem Fall immer Richtung Happy End. Sie wissen nur nicht, WIE diese Reise aussehen wird; ist das Liebespaar in spe doch auf den ersten Blick so unterschiedlich, dass es erstmal unmöglich scheint, die beiden zu vereinen. Genau aus diesem Grund baut Hollywood darauf, dass Sie nun neugierig genug sind, um erfahren zu wollen, wie es trotzdem geht – und ist mit dieser Strategie seit Jahrzehnten sehr erfolgreich.

 

Viele denken, ein Spannungsbogen lässt sich aufbauen, indem wir das Ende offen lassen. Falsch!

Wenn Sie dieses Prinzip verstanden haben, dann werden Sie zukünftig einen Fehler vermeiden, der sehr oft gemacht wird – sei es in Meetings, in E-Mails oder auch in der Werbung: Viele denken, ein Spannungsbogen lässt sich aufbauen, indem wir das Ende offen lassen. Falsch! Das wird schnell langatmig, wir verlieren die Konzentration und fragen uns früher oder später: „Was soll das alles?“ Wenn dann das Ende endlich kommt, ist jede Energie längst verpufft. Gehen Sie zukünftig also lieber den umgekehrten Weg, um die Neugier Ihrer Mitarbeiter zu wecken: Gehen Sie mit einer klaren Ergebnisvorstellung ins Meeting/in die Werbung/ins Gespräch. Je präziser Ihre Vorstellung ist, desto wacher werden Ihre Mitarbeiter sein. Sagen Sie also zum Beispiel nicht: „Ich möchte euch heute unser neuestes Produkt vorstellen“, sondern sagen Sie: „Ich stelle euch heute ein Produkt vor, das unseren Kunden eine völlig neue Form der Kommunikation ermöglichen wird.“ Oder: „Wir haben aktuell das Problem XY, für das wir heute gemeinsam eine Lösung finden wollen, mit der alle zufrieden sind.“

 

JETZT sind Ihre Mitarbeiter neugierig, wie diese Lösung aussehen kann. Und wenn Sie die Neugier einmal geweckt haben, locken Sie wertvolle Eigenschaften aus Ihren Mitarbeiter hervor, die wir ALLE in uns haben: 

  • Wissensdurst
  • Motivation
  • Konzentration/Fokussierung
  • Begeisterungsfähigkeit – alles wichtige Voraussetzungen für eine hohe Mitarbeiterzufriedenheit!

Probieren Sie es einmal aus, Sie werden erstaunt sein, welches Potenzial sich entfaltet, wenn Sie die natürliche Neugier Ihrer Mitarbeiter wecken! Im nächsten Blogartikel am kommenden Montag zeigen wir Ihnen dann, wie Sie mit der einmal geweckten Neugier am effektivsten arbeiten!

 

P.S.: Wenn Sie mehr zum Thema Neugier und den großen Nutzen dieses Ur-Potenzials für Ihren Unternehmenserfolg erfahren möchten, dann sind Sie am 31. Mai 2018 ganz herzlich zu unserem Neugier-Workshop in Berlin eingeladen. Hier können Sie sich mit dem Stichwort „Neugierworkshop“ ganz einfach zum Seminar anmelden. Alle nötigen Informationen erhalten Sie dann ganz bequem per E-Mail von uns. Wir freuen uns auf Sie!

Herzlichst Ihre
Juliane Scheel

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Juliane Scheel

Juliane Scheel ist studierte Kommunikationswissenschaftlerin (M.A. Interkulturelle Kommunikation) und arbeitet als aktive Texterin und Lektorin sowohl im wirtschaftilchen als auch im akademischen Bereich. Zudem gibt sie Seminare und Schreibberatungen und ist damit zeitsprungs Fachfrau rund um die Themen Text und Kommunikation.

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