2021 Jahresplanung – Teil 1: Der Rückblick

von | 14.12.2020 | Kultur & Werte

Wie im letzten Blogartikel versprochen starten wir heute mit einer Mini-Planungs-Serie, um Dir zu helfen, das alte Jahr hinter Dir zu lassen und mit Klarheit und Fokus ins neue Jahr zu starten. Und wenn Du jetzt denkst, dass im Moment doch eh nichts planbar ist, dann hast Du zum Teil natürlich recht. Keiner weiß, wie lange die Pandemie noch dauert, ich auch nicht. Ich glaube aber, dass es gerade jetzt wichtiger denn je ist, Visionen und Ziele zu haben.

Viktor Frankl hat einmal gesagt: „Das Wissen um eine Lebensaufgabe hat einen eminent psychotherapeutischen und psychohygienischen Wert. Wer um einen Sinn seines Lebens weiß, dem verhilft diese Bewusstsein mehr als alles andere dazu, äußere Schwierigkeiten und innere Beschwerden zu überwinden.

Und vielleicht ist Dir das Wort „Lebensaufgabe“ gerade zu viel, zu groß, zu wenig greifbar. Dann ist das o.k.!

Aber vielleicht schaffst Du es, Dir Aufgaben zu überlegen, die Deinem nächsten Monat einen Sinn geben. Dem nächsten Vierteljahr. Der Zeit bis zum Sommer. Gehe in überschaubaren Zeitabschnitten an die Sache ran, wenn Dir das hilft, aber halte die Visionärin in Dir lebendig! Überlege Dir Ziele, die sich lohnen, und die Dir ein Rettungsboot im nächsten Sturm sein können.

Die Arbeit vor der Arbeit: Erst resümieren, dann planen!

Heute machen wir noch gar keine Zielarbeit, wir gehen erstmal in die Rückschau! Wie war denn das letzte Jahr für Dich, für Dich ganz persönlich? Das ist wichtig, damit Du Dich auch wirklich weiterentwickeln kannst und nicht immer wieder in die gleichen Schleifen gerätst.

Du brauchst für diese Arbeit nichts weiter als Dich selbst, Zettel und Stift oder ein frisches Dokument auf Deinem Computer und ein bisschen Zeit für Dich.

Wir machen jetzt drei kleine, aber sehr effektive Übungen, die Dir helfen, das alte Jahr zu reflektieren, loszulassen, was Du nicht länger brauchst und die Learnings zu extrahieren, die Dich in Deinem weiteren Leben unterstützen können.

Du kannst die Aufgaben am Stück machen oder zwischendurch immer kleine Pausen einlegen und sacken lassen, woran Du gerade gearbeitet hast. Wenn Du Pausen zwischendurch machst, dann blocke Dir in Deinem Kalender einen festen Termin, an dem Du die Arbeit wieder aufnimmst, damit es Dir nicht wegrutscht.

Und los geht’s:

Aufgabe 1: Schreibe einen Brief an Dich selbst

Nimm Dir einen Zettel und einen Stift oder öffne ein Dokument auf Deinem Computer und schreibe Dir selbst einen Brief. Schreibe alles auf, was Dir kommt, die einzige Regel ist: Der Brief muss mindestens 2 (!) Seiten lang sein!

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1. Fange an mit:

Liebe Juliane,

Da sitze ich nun und denke über dieses Jahr nach, das jetzt fast zu Ende ist. Dieses Jahr, es war ….

Schreibe alles auf, was kommt. Du musst dabei wirklich keine einzige Regel befolgen. Wenn es so kommt, dann schreibe ohne Punkt und Komma, schreibe Deine Gedankenbrüche so auf wie sie kommen, Du kannst zwischen einzelnen Themen springen, alles ist erlaubt! Es ist auch o.k., wenn Du mit: „Mmmh, ich habe gar keine Ahnung, was ich schreiben soll …” anfängst.“

Mach einfach weiter. Lass die Wörter kommen. Hauptsache, du schreibst mindestens zwei Seiten. Du wirst merken: Schon das Aufschreiben für sich allein ist unglaublich heilsam!

Aufgabe 2:

Lass Deinen eigenen Brief nochmal sacken. Welche Gefühle haben Dein Jahr bestimmt? Hat Dir etwas Angst gemacht? Macht Dich etwas wütend? Fühlst Du Dich gut mit Deinen Entscheidungen? Hat sich etwas für Dich gezeigt, das Du loslassen möchtest? Schreibe das alles auf einen Zettel.

Für jetzt reicht es auch wirklich, wenn Du alles erstmal nur aufschreibst, Du musst noch gar nichts weiter mit Deinen Erkenntnissen machen. Geh einfach ganz neutral in die Beobachterposition und gucke, was sich zeigt.

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Zum Beispiel

Ich wollte mich dieses Jahr eigentlich selbstständig machen, aber wegen der Unsicherheiten hatte ich dann doch Angst und habe es gelassen. Wirklich glücklich bin ich mit der Entscheidung allerdings nicht.

Oder:

Ich habe mich im Lockdown furchtbar wenig bewegt und viel zu viele Süßigkeiten gegessen und mich danach gar nicht mehr wohl gefühlt in meiner Haut.

Oder:

Ich habe gemerkt, wie schwierig es ist, meine Kinder rundum die Uhr bei mir zu haben. Ich liebe sie über alles, aber sie können mich auch soooo wütend machen!

Für jetzt reicht es auch wirklich, wenn Du alles erstmal nur aufschreibst, Du musst noch gar nichts weiter mit Deinen Erkenntnissen machen. Geh einfach ganz neutral in die Beobachterposition und gucke, was sich zeigt.

Aufgabe 3:

Die letzte Aufgabe ist wie die zweite, nur eben genau umgekehrt! Guck auf all das Positive, das Du über Dich oder insgesamt gelernt hast! Welche Learnings nimmst Du mit in Deine Zukunft?

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Zum Beispiel

Ich kann mich jetzt auf jeden Fall besser strukturieren und mache nicht mehr alles auf den letzten Drücker. Ich habe gemerkt, dass ich dadurch mehr Zeit habe, auf Unvorhergesehenes zu reagieren und dass mir das jede Menge Stress erspart!

Oder:

Ich achte jetzt viel mehr darauf, mir Zeit für mich zu nehmen – als die Kinder nicht in Schule und Kita gehen konnte, habe ich gemerkt, wie wichtig das ist und dass ich das auch wirklich einfordern kann und muss!

Oder:

Ich kann jetzt mit Zoom umgehen und unproblematisch ein Webinar organisieren und halten.

Versuche auch bei dieser Übung wieder ganz neutral zu bleiben. Als wärst Du eine neutrale Instanz, die Dich und Dein Leben mal von oben anguckt: Was siehst Du da?

Nimm Dir wie gesagt die nötige Zeit für diese Übungen und dann bewahre Deine Zettel bis zur kommenden Woche an einem sicheren Ort auf. Nächste Woche arbeiten wir damit weiter!

Natürlich kannst Du die Fragestellungen aus den Übungen auch mit durch die Woche nehmen und immer wieder aufschreiben: Welche Gefühle verbinde ich mit 2020? Was hat diese Gefühle hervorgerufen? Und auch: Was hat sich für mich positiv verändert? Was habe ich gelernt, mitgenommen, erfahren?

Ich freue mich schon auf nächste Woche, da machen wir uns dann an die Planung für Dein bestes 2021!

Juliane Scheel – Expertin für Organisationsentwicklung

Juliane Scheel

Juliane Scheel ist studierte Kommunikations­wissenschaftlerin (M.A. Interkulturelle Kommunikation) und arbeitet als aktive Texterin und Lektorin sowohl im wirtschaftlichen als auch im akademischen Bereich. Zudem gibt sie Seminare und Schreib­beratungen und ist damit zeitsprungs Fachfrau rund um die Themen Text und Kommunikation.

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